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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 12 (1897) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
12 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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179 Finger müssen recht schmiegsain, die Hand 6arf nicht schwer sein. Denken wir nur cm die Erlernung des Klavierspiels. Bnr das weiche wachs läßt sich bilden im!) umbildm, das erstarrte kann man leicht Zerbröckeln. Das junge Bäumchen gestattet, daß es gepflanZt, veröelt und hierin und dorthin gebogen werde, der^Banm auf keine weise. So muß derjenige, der einen Bogen aus HolZ drehen will, grünes und frisches HolZ nehmen, altes und trockenes Holz läßt sich nicht bearbeiten. And soll ich endlich noch an das Abrichten der Eiere, öas mit Erfolg nur in -er fugend derselben geschehen kann, erinnern, so bestätigen alle diese Beispiele Zur Genüge: die Jugendzeit gilt dem lernen. „Etwas Schimpfliches und Lächerliches ist ein Greis, der sich mit..Anfangsgründen beschäftigt, der Jüngling muß lernen, -er Greis das Gelernte verwenden," sagt ein römischer Dichter. „Venn, was man erst im Alter erlernt, gleicht der Einte, auf ein verwischtes Blatt geschrieben; während das, was man als Kind gelernt hat, mit der Einte Zu vergleichen ist, mit der man frisches Papier beschrieben hat," meint ein alter Lehrer Israels. (Spr. ö. v, IV, 25.) Gar oft tritt an den fleißigen Knaben, der bei seinen Büchern fltzt, die Versuchung heran: dm: heiteren Sonnenschein, dem lustigen vö'gelein, der duftenden Blume, öenl aolöenen Apfel, die ihn hinauslocken wollen, muh er erwidern: Erst laßt mich fertig sein; nach der Arbeit kommt öas Spiel." (Versuchung von Rob. Beinick), vnd so ist's auch recht; weh' ihn: aber, wenn er der Versuchung nicht widersteht, Unlust am Lernen empfindet, sich dem Müßiggang ergiebt. ^edes Kind kennt die traurige Geschichte vom önnnnen Hänschen. Rachöem ein „Hans" aus ihm geworden ist, hungert, bettelt und klagt es, ruft weinend an: Abend und am Morgen: „2tcfy, warum nicht war ich, Dummer, in der Jugend fleißig? was ich immer auch beginne, dummer L?ans nur heiß' ich; Ach nun glaub ich selbst daran, Daß aus mir nichts werden kann!" Doch ZN spät! Freilich wollen wir auch nicht vergessen, wie einZelne Männer außer Mittel — die Geschichte verzeichnet es ihnen aber auch dann Zu ihrem Buh,ne — durch anstrengeilden Fleiß und Zähe Ausdauer im vorgerückten Lebensalter noch nachholten, was sie in der fugend Zu lernen versäumt hatten. Deilken wir nur an den großen Heros der talmudischen Zeit — Babbi Akiba, — der selbst gesteht, wie er früher ein Verächter der Schriftgelehrten war u d sie gern wie ein Esel g.bissen hätte. Bis zu seinem vierzigsten Lebensjahre soll er Hirte gewesen sein. Da Akiba, so erzählt die Sage, in seinen Mußestunden beobachtet hatte, daß das vo,n benachbarten Brunnen beständig herabtrö'pfelnöe Wasser den darunter befindlichen Stein ausgehöhlt hatte, Zweifelte er nicht daran, daß es ihin gelingen müsse, durch Ausdauer und Fleiß das versäumte nachZnholen. Sein Feuereifer überwand

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