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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 10 (1897) · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
10 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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157 Der Kindheit Frieden ist dahin! Verändert war seit dieser Stunde Des Knaben Diesen ganz und gar. wanch häßlich Wort führt er im Wunde, Und wild, auch boshaft er oft war. Die alte Großmama zu kränken Ahmt' ihren Gang er spottend nach Und quält sogar, wer sollt es denken, Die gute, kleine Gerda. Ach, Unkindlich, altklug war er jetzt, Voll Trotz nnd Eigensinn zuletzt. Lied der Knaben. (wel.: Im Wald und auf der Heide.) O preist des winters Freuden! Auf eis'ger Bahn zu gleiten, Ist echte Knabenlust. Durch weißbereifte Wälder, Durch schneebeckte Felder Kommt, jauchzt aus voller Brust. Heidi juchei ic. „Hörst du die Knaben," fragte Kai, „Sie eilen froh zur Schlittenfahrt, Und ich darf mit, heidi juchhei! Und dann nach wilder Knaben Art Sprang er davon in einem Satze. Auf einem großen freien Platze Gab's Kurzweil heut und lust'ges Spiel; Die Knaben banden ihre Schlitten An große wagen fest, denn viel Geschwinder sie einher dann glitten, (wusikbegl. Wolfsschlucht: Freischütz,) Da kam ein Schlitten, weiß bemalt, wit riesig großen, weißen Pferden, Und eine seltsame Gestalt winkt Kai mit lockenden Geberden. Der Knabe bindet seinen Schlitten An jenen großen, und geschwind Zum Thor hinaus, zumwald sie glitten. Es braust ein heft'ger kalter wind Und treibt den Schnee ihm in's Gesicht. Er möchte los sein Fahrzeug binden, Er zerrt, er reißt, es löst sich nicht, Er kann das rechte Wort nicht finden Zum Beten, nur das Einmaleins Das große, fällt ihm ein, er schreit Um Hilfe, — niemand weit und breit Und jetzt, im Licht des wondenscheins Gewahrt er, wie die Flocken nun Stets größer sind und größer worden, Die, wie ein Ball, die, wie ein Huhn, Und immer toller pfeift's aus Norden. Da plötzlich hält der Schlitten still, Und die Gestalt springt hoch empor: „Friert dich, komm her zu mir, ich will Geschwind dich heilen, junger Thor." Sie neigt sich zu ihm und küßt seinen wund, Er spüret nicht Frost mehr, noch Schmerzen, Sie küßt ihn noch einmal, da sind zur Stund' Geschwunden aus seinem Herzen Klein Gerda daheim und all seine Lieben, Nicht ist die Erinnerung ihm geblieben, In Fesseln schlug sie ihm Seele und Sinn, Die böse gespenstige Schneekönigin! Gerda (wel.: Nun ist er hinaus in die weite Welt.) (singt) Ihr Wolken, habt ihr meinen Kai gesehn? Er ging und verschwand für innner,

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