Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 10 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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153 B. 2Han unterscheidet ferner viererlei Rinder hinsichtlich ihrer Auffassung und des Behaltens der ihnen erteilten Erklärung, wie überhaupt des Gelernten. Diese sind folgende: 1. Manches Rind begreift das Gelernte schnell, aber vergißt es schnell. Bei diesem geht der Borteil im Nachteil auf. 2. Manches Rind begreift sehr schwer, aber es behält das Gelernte lange im Gedächtnis. Bei diesem geht der Nachteil — des schweren Begreifens — im Borteil — des schweren Bergessens — auf. 3. Manches Rind begreift schwer und vergißt schnell. Dies ist ein doppeltes Übel. 4. Manches Rind begreift schnell und vergißt schwer. Dies ist doppelt gut. C. Ferner unterscheidet man viererlei Rinder nach ihrer Fähigkeit, den Hauptinhalt eines Bortrages von seinen Neben teilen zu unterscheiden, ihn richtig zu erfassen und zu behalten. Diese Rinder unterscheiden sich folgendermaßen: 1. Manches Rind erfaßt und behält des Bortrages Hauptinhalt, aber die Nebenteile vergißt es. Dieses Rind gleicht somit einer Schwinge, in der das grobe Mehl entfernt wird, aber das feine Mehl bleibt zurück. 2. Manches Rind behält nur den Nebenteil, aber den Hauptinhalt vergißt es. Dieses Rind gleicht einer Seihe, die den wein durchläßt und und nur die Hefe behält. 3. Manches Rind vergißt bald den Haupt- und Nebeninhalt des Bortrages. Dies ist doppelt schlecht. Dieses gleicht einem Trichter, der alles durchläßt. 4. Manches Rind behält den Haupt- und Nebeninhalt des Bortrages. Dies ist doppelt gut. Dieses Rind gleicht einem Schwamme, der eine Flüssigkeit aufsaugt und behält. . D. Endlich nennen wir viererlei Rinder hinsichtlich ihres Lernens und ihrer Einwirkung auf die übrigen Schulkinder. Diese sind folgende: 1. Manches Rind lernt selber, aber andere hält es vom Lernen ab, damit diese vom Lehrer nicht ebenso gelobt und geliebt werden. — Ein solches Rind ist mißgünstig, hat ein böses Auge. Es kann bei einem anderen nichts Gutes sehen. 2. Manches Rind lernt selber nicht, aber es veranlaßt andere zum Lernen. Dies ist einerseits tadelns-, aber anderseits lobenswert.