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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 10 (1897) · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
10 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 3. Manches Kinb lernt selber nicht und läßt auch andere nicht lernen. Dies ist doppelt tadelnswert. 4. INanches Kind lernt selber und veranlaßt auch andere zum Lernen. Dies ist doppelt lobenswert. Vernünftige Kinder sollen darnach streben, in jeder Beziehung zu den Besten zu gehören. Kinderspiele bei den verschiedenen Völkern. „Es liegt ein tiefer Zinn im kindischen Zpiel," sagt der Volksmund. Zo wie man den Tharakter des Kindes aus der Art des Zpieles, zu dem es besondere Neigung zeigt, und dem Verhalten beim Spiel erkennt, so tragen die Kinderspiele der verschiedenen Völker auch ein nationales Gepräge. Die chinesischen Knaben sind in ihren Zpielen schon vollständig von dem Zchachergeist ihres Volkes beseelt; eine offene Verkaustsbude einzurichten oder „Pfandhaus" zu spielen, ist ihre liebste Unterhaltung. Nebenbei beschäftigen sie sich noch mit Drachensport und allerhand Iongleurkünsten. mädchenspiele kennt Thina gar nicht. Die strenge Abgeschlossenheit, in der die Chinesin aufwächft, sowie das schmerzhaft und langwierige Einschnüren der Füße verbieten ihr das fröhliche Umhertummeln ganz von selbst. In Japan geben Knaben und Ulädchen ihre richtigen „Gesellschaften." Zie schicken oder bringen selbst die Einladungen und unterhalten sich damit, Zcenen aus dem öffentlichen Leben der Erwachsenen nachzuahmen. Hochzeiten, Begräbnisse, Krankenbesuche u. s. w. werden in getreuester Darstellung aufgeführt. Die indische Jugend unterhält sich mit Jagd und Fischfang oder den Körper stählenden Bewegungsspielen. Dabei ist die junge Rothaut harmlos und heiter, nie stört ein Zank das fröhliche Zpiel. Die afrikanische Negerin spielt in ihrer Jugend hauptsächlich mit Puppen, die sie sich selbst anfertigt. Eine Flasche oder ein Ztück Holz muß das Baby darstellen. Es wird mit Lappen umwickelt, mit perlen verschnürt und dann in der beim Ztamme üblichen Tragart herumgeschleppt. Die ganze mutterzärtlichkeit der schwarzen Rasse tritt schon im Verhalten des Negerkindes zu seiner Puppe hervor. Die Negerknaben haben ebenfalls ihre eigentümlichen Zpiele. Das Zpeerwerfen nach einem Ziele nimmt eine hervorragende Stelle darin ein; doch kennen sie auch den Kreisel und bauen sich kleine IVindmühlen aus Kokosblättern. Die Basutokinder sind ebenfalls intelligent. Nicht nur, daß sie die Reigentänze der Großen nachahmen und mit dem eigenartig schwermütigen Gesänge der Neger begleiten, die mädchen üben sich auch schon früh in der Gärtnerei, und die Knaben beschäftigen sich "mit Nachbilden von Ochsen, Kälbern und anderem Getier in Holz oder Thon. Jagd- und Kampfspiele werden natürlich auch nicht vernachlässigt. Die orientalischen Kinder ziehen das Würfel- und Knöchelspiel den anderen Unterhaltungen vor. Die italienischen Knaben kennen dagegen keinen größeren Zpaß, als das Leben ihrer Briganten nachzuahmen. Uber sehr viele Völker

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