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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 10 (1897) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
10 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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147 sein Wort gegeben hotte, wer aber sein Wort nicht hält, oder an seinen eigenen Worten beutelt .und dreht und hinterher behauptet, er habe das nicht gesagt, oder habe das anders geineint, der ist eben nicht ehrlich; und es geschieht ihm ganz recht, wenn ihm keiner inehr glaubt. „Redet einer mit dem andern Wahrheit," sagt der Prophet Zacharias 8,16. Und unsere weisen sagen (Talmud Bub. m. 49a); „Dein sta sei wahrhaft, und dein Rein sei wahrhaft; rede nicht anders mit deinem stunde, als Du iu deinem Herzen denkst." And noch kürz.r: „Der frommen sta ist ^>a, und ihr Rein ist Rein," (Ruth vabb. zu 3,18). Erzählung von E. Flanter. (Fortsetzung.) „wo bin ich?" Das waren die ersten Worte, die Daniel seil jenem verhängnisvollen Tage hervorbrachte; er ließ das matte Auge im Zimmer umherschweifen, „wo bin ich eigentlich?" wiederholte er mit klangloser Stimme, „ich habe wohl lange geschlafen," fuhr er in fieberhastein Tone fort. Tr wollte die linke Hand erheben, doch er vermochte es nicht, „was ist das?" sprach er leise zu sich selbst. Nun versuchte er, die rechte Hand nach dem Aopfe zu führen; doch sie schien kraftlos. Nach und nach gelang es ihm doch, mit der Hand den Aopf zu berühren. Akit den abgemagerten Fingern suchte er nach seinen dichten bocken. Doch die waren fort. Zmmer größer wurde sein Staunen. Tr fuhr mit der Hand über die Augen, gleichsam um den Schleier, den er vor dem Gesichte zu haben vermeinte, zu entfernen. Ts wurde ihm ängstlich zu Akute. Angstvoll ruhte sein Auge auf dem ihm unbekannten Raunt. Tin tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust, und Thränen liefen ihm über die Wangen. „wo bin ich?" fragte er immer wieder, „was ist mit mir geschehen?" Da verspürte er plötzlich eine weiche Hand seine Stirn berühren. Tr zuckte freudig zusannnen. Und wie er den Aopf ein wenig nach rechts neigt, gewahrt er das Angesicht des Großvaters. Gin Freudenschimmer gleitet über die blassen Wangen. „Großväterchen — du bist — bei mir — ad} — dann braucht nur —' nicht ängstlich zu Akute zu — sein." Und seine Stimme klang so schwach. „Ruhig, geliebtes Rind, ruhig," sagte Eli im Flüstertöne, „ja bin bei dir und bleibe bei dir, jetzt wirst du auch mit Gottes Hilfe wieder gesund werden; aber du darfst nicht sprechen, Daniel, hörst du? Sprechen hat der Doktor dir verboten." „Aber das ist doch nicht unsere Stube, wo ich jetzt bin; wo bin ich denn?"

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