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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 10 (1897) · p. Seite 146

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
10 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 Der allein in unseren Thaten. kaufen wir etwas und machen den Gegenstand, den wir kaufen wollen, schlecht, damit der Verkäufer ihn auch für schlecht halte und uns billiger verkaufe, so ist das nicht ehrlich. Wohl dürfen wir uns öen Gegenstand, öen wir kaufen wollen, vorher ansehen, ob er auch gut und tadellos ist; und wenn er es nicht ist, es dem Verkäufer offen sagen; und wenn er es einsieht, wird er schon von selbst billiger verkaufen; sieht er es aber nicht ein, so kaufen wir eben nicht; aber eine gute Lache schlecht machen in der Absicht, sie dann billiger Zn bekommen, ist, wie gesagt, nicht ehrlich, also sündhaft. Dasselbe gilt natürlich auch beim Tauschen. Amgekehrt dürfen wir eine Lache, die wir vertauschen oder verkaufen wollen, nicht loben, wenn sie schlecht ist, nicht für tadellos ansgeben, wenn sie schadhast ist, nicht für echt ansgeben, wenn sie unecht ist, und ögl.; denn alles geht darauf ans, den anderen zu täuschen, ihm Zn schaden, ihn Zu übervorteilen; es ist also unehrlich, ist vüge, ist Lünöe. Darum heißt es im 5. B. 217. 25,14: „wenn du aber deinem Nächsten etwas verkaufst, oder etwas von seinem Nächsten kaufst, so sollt ihr einer öen andern nicht übervorteilen." Noch ärger ist es, wenn einer gar falsche Gewichte oder falsche Matze, falsche Karten oder falsche Würfel oder dergleichen hat, um einem anderen damit Vorteil abZngewinnen, also ihn Zu überoorteilen. wiederholt werden solche Betrügereien in der Thora verboten; so Z. B. Mos. 19,55. 56; und 5. B. AI. 25, 15—16 wird noch hinZngefügt: „Denn ein Greuel des Ewigen deines Gottes ist jeder, der solches thnt, jeder, der Anrecht thnt." Auch in unseren Reden sollen wir ehrlich sein, wir brauchen, nicht gerade immer Zn sagen, was wir denken, das wäre unklug; wir dürfen ganz ruhig schweigen, wenn wir nicht sagen wollen oder vielleicht nicht sagen dürfen, was wir denken. Aber wir sollen immer auch denken, was wir sagen; also nicht anders reden, als wir denken und nicht anders denken, als wir reden — sonst sind wir unehrlich. Mancher möchte nichts Bestimmtes sagen, weil er nicht weitz, ob es für ihn nützlich oder schädlich sein wird. Ltatt nun ehrlich Zn sagm, so oder so, Ja oder Nein, drückt er sich so unbestimmt und Zweideutig aus, öatz man seine Worte so oder so verstehen kann, sie nachdem es für ihn nützlich oder schädlich ist, sagt er hinterher: „Lo habe ich es nicht gemeint," oder: „Man hat mich falsch verstanden." Aber das ist nicht ehrlich, wir müssen uns immer so bestimmt ausdrücken, daß man uns nicht falsch verstehen kann, das man immer weitz, was wir wollen. And selbst weun es sich herausstellt, daß wir Zu unserem eigenen Lchaöen gesprochen haben, so müssen wir dennoch bei unserem gesprochenen Worte bleiben; denn gesprochen ist gesprochen: ein Mann, ein Wort! Wohl hatten die Gibeoniten das Bündnis mit stosua durch Kügeu erschlichen; aber ^josua hielt ihnen dennoch die Treue, nachdem er ihnen

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