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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 9 (1897) · p. Seite 138

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
9 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 Scfraöcit werden wir immer klüger. Aber seine Unschuld war dahin, und als er die Rahe Halles merkte, fürchlele er sich und suchte ihm aus dem Wege Zu gehen — denn er halle ein böses Gewissen. And als er nun gar Zur Strafe für seinen Ungehorsam aus dem Paradies getrieben wurde, da halle auch sein ruhiges Glück ein Ende, und nur mit Alühe konnte er sich etwas von deni erarbeiten, was er im Paradiese mit wenig Alühe im Überfluß gehabt hatte, „ssm Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du wieder Zur Erde Zurückkehrst, denn von ihr bist du genominen!" So lautete der Urteilsspruch über Adam. Gott hatte ihm bei Todesstrafe verboten, von der Frucht Zu essen; jetzt hörte seist Urteil, daß er sterben müsse; aber Gottes faugmut läßt ihn nicht sofort sterben, sondern erst nachdem seine Lebenszeit erfüllt ist. So ist das Urteil gerecht, aber auch gnädig. Denn Gott meinte es ja mit dein Alenschen gut uud wollte ihn erziehen; und so wurde auch die schwere Arbeit, Zu der der Mensch nun gezwungen war, bald ein Segen für ihn uiid führte Zu inancherlei Geschicklichkeiten und manchen nützlichen Erfindungen. Adam selbst trieb nach seiner Vertreibung aus dein Paradiese Ackerbau, nach Gottes Geheiß, und danebeil auch viehZucht; wie er denii sich und seine Frau mit den Men toter Tiere bekleidete. Gott hatte ihn ja auch Zum Herrn über die Tiere gesetzt. Dieselbe Beschäftigung iiahmen dann feine beiden Sühne auf: Kain ward ein Ackersmann, Abel ein Schafhirt. ßn feinem Familienleben erfuhr Adam noch einen großen SchinerZ; Kain erschlug den Abel aus Reid, und der Verlust dieses sanften und rechtschaffenen Sohnes betrübte die Eltern tief; erst nachdeni Gott ihiien einen anderen Sohn geschenkt hatte, begannen sie sich Zu trösten. Sie nannten daruin diesen Sohn Seth, d. h. Ersatz. Wohl bekam Adam nach dem Seth noch mehrere Söhne und Töchter, aber seine größte Freude erlebte er doch an Seth und dessen Rachkommen, die gottesfürchtige Heute waren, während Kains Geschlescht immer überntütiger und trotziger wurde, von Seth stammt nicht nur der gottesfürchtige Henoh ab, sondern auch der fromme Roah. Aus Kaiser Wilhelms Lehrjahren. Der Professor Francois Ayme, der ehemalige Lehrer unseres Kaisers, hat ein Buch veröffentlicht ,,Education imperiale", (Kaiserliche Erziehung), aus dem ich euch, liebe Rindereinige Stellen vorsühren möchte, die euch gewiß interessieren werden. Jeden Sonnabend mußte Dr. hintzpeter, ein Lehrer der Prinzen Wilhelm und Heinrich, den Eltern seiner beiden Zöglinge einen ausführlichen Bericht über den Gesundheitszustand, das Betragen, die geistige Veranlagung und über den Fortschritt der Prinzen senden. Dieser Bericht lautete zumeist günstiger für den Prinzen wilhebn. Die beiden jungen Leute führten das denkbar.

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