Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 9 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 der Landsknecht von seinen! Litze geräuschvoll, und einige unverständliche Fluchwörter ausstoßend, entfernte er sich schnell." Es bedurfte einiger Zeit, bis sich Eli von dem Schrecken erholte, der sich ob des Verhaltens Waldemars seiner bemächtigte. „Rinder, das giebt nichts Gutes", sagte er nachdenklich, „wenn diese Raufbolde aufsässig werden, sind sie der schlimmsten Verbrechen fähig. Gott schütze unfern guten Herrn!" An diesem Tage war Daniel in das benachbarte Dorf gegangen, um dort einen Auftrag seines Vaters auszuführen. Es war Nachmittag geworden, als er sich auf den Rückweg begab. Nach etwa einstündiger Wanderung, ließ er sich am Saume eines Dickichts auf dem Abhang des Weges nieder, um auszuruhen. Da gewahrte er auf einem von dem Hauptwege abzweigenden Stege drei Alänner, die jenseits des Dickichts an ihm vorüberzogen, ohne ihn gesehen zu haben Er war schon im Begriff aufzustehen und die wänner zu grüßen. Aber sie schienen ihm fremd und führten ein einfriges und geheimnisvolles Gespräch, und zwar in französischer wundart. Zn dem einen dieser wänner glaubte er den ihm als Ritter Waldemar bekannten Landsknecht zu erkennen; doch war dieser anders als sonst gekleidet, und darum glaubte Daniel, er habe sich getäuscht, plötzlich blieben die INänner stehen, und der eine von ihnen, anscheinend der Aelteste, sagte, indem er den Arm ausstreckend mit dem Finger nach Norden zeigte: „Zn dieser Richtung muß er kommen . .... er hat das Getreide in der Stadt verkauft, hat also vermutlich eine große Geldsrnmne bei sich. Gefahr ist nicht dabei.es wird bereits dunkel." „Daß er seine Pistole nicht wird gebrauchen können, dafür habe ich gesorgt," sagte ein anderer, haben wir den Grafen erst umgebracht und sein Geld in unserer Tasche, dann ist das wichtigste vollbracht." Daniel begann das Herz so heftig zu schlagen, daß er der Unterhaltung kaum zu folgen vermochte. Er hatte genug gehört, unr zu wissen, daß die drei INänner die Ermordung und Beraubung des aus der Stadt heimkehrenden Grafen beabsichtigten. Als die Gesellen langsam vorwärts schritten, da erhob sich auch Daniel vorsichtig und folgte ihnen, auf hängen und Füßen kriechend, um aus ihrem Gespräch den weiteren plan zu erfahren. „Dort vor dem Hügel," ließ sich der eine vernehmen, lassen sich beide Wege übersehen. Sollte er heute gegen seine Gewohnheit den schmalen weg links wählen, so wird er uns dennoch nicht entkonunen." „Bist du dessen auch gewiß, daß ihn niemand begleitet?" fragte der zweite. „Na das wäre noch besser, wenn ich, der ich ihm den Schimmel gesattelt und vorgesührt habe, nicht wissen sollte, ob er allein oder in Begleitung in die Stadt geritten ist," lautete die Antwort. „Aber der Graf hat doch seine geladene Pistole bei sich und ist ein vortrefflicher Schütze, ehe wir es uns versehen, hat er uns wie tolle Hunde niedergestreckt," meinte der dritte.