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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 9 (1897) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
9 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Kitlcr XDalöcmar war eines Tages im Spätsommer?n das Gabriels gekommen. w>e gewöhnlich betrat er auch dieses Wal die Wohnung mit einigen Fluchwörtern, die er stets im Wunde führte. „Der Teufel hole alle Grafen und Fürsten!" brummte er unter dem prächtigen roten Schnurrbarte hervor, „nichts als Arbeit hat man mit diesen Schlemmern; muß ich hier diesen weiten weg zu Fuß machen, während er (er meinte den Grafen) Saufgelage in der Stadt abhält. Der Satan soll mich holen, wenn das nicht bald anders wird!" „Aber, Ritter Waldemar," sagte Eli beruhigend, „wollt ihr euch denn das häßliche Fluchen nicht abgewöhnen?" „Sapperlot," polterte der Landsknecht, und er raschelte mit seinem Schwerte, daß die Rinder sich erschreckt hinter der Mutter versteckten, „man muß doch seinem Unwillen Luft machen, der Teufel ertrage solch ein Leben! Ich will nicht immer der Diener sein und in Dürftigkeit leben, wo im Schlosse alles im Überfluß schwimmt!" „Alle können wir doch nicht Herren im Lande sein," warf der Alte dazwischen, „wir haben zwar die Pflicht, auf dem Wege ernsten Strebens uns emporzuarbeiten. Aber die Stelle, die uns die Vorsehung angewiesen hat, müssen wir nach Rrästen auszufüllen suchen und dürfen uns nicht gegen die Weltordnung auflehnen." „Ach was! Vorsehung, Weltordnung! Dummes Zeug!" schrie Waldemar erregt. „Ich werde ihm schon zeigen, was Vorsehung und Weltordnung, oder wie die vormaledeiten Dinge sonst heißen, sind. Der Tag der Vergeltung ist da." „Ihr wollt doch nichtj etwa, Ritter Waldemar," — sagte der Alte erschrocken — „Gewiß wollen wir,^ unterbrach ihn der Landsknecht, „wir wollen das Joch, das wir schon zuIange tragen, endlich von unserm Nacken abschütteln — noch heute — alle Vorbereitungen sind getroffen. Der großinächtige Graf soll den Ruckuck bald nicht mehr rufen hören!" „Um Gottes willen!" rief Eli, die Hände ringend, „was sprecht ihr da! Ihr seid von Sinnen!" „fotztausendelement!" knurrte Waldemar, „haben wir uns darum in so vielen Schlachten herumgeschlagen, um uns jetzt wie ein Hund behandeln zu lasten!" „Ich beschwöre euch, Ritter," bat Eli flehentlich, „laßt ab von dem entsetzlichen Vorhaben, ihr könnt und werdet nicht erreichen, wonach ihr trachtet, ihr werdet nur namenloses Unglück heraufbeschwören." „wer sagt euch das, Alter, ihr Juden seid eben gewöhnt, Sklavenketten zu tragen und schrecket zurück vor dem Schritt, der zur Frecheit führen muß," erwiderte der Rrieger. „Da kennt ihr unsere Geschichte schlecht, Ritter waldenrar," sagte Eli in ruhigem Tone, „unser Volk hielt stets die goldene Freiheit hoch, die es nicht nur für sich selbst mit dem letzten Blutstropfen verteidigte, sondern auch jedenr Fremden in seiner Witte zubilligte. Aber wirIsind unterlegen und tragen unser Los mit Ergebung in den willen Gottes und in der frohen Hoffnung auf eine bessere Zeit." „Das könnt ihr halten, wie ihr wollt, Rabbi Eli, ich bin des Dienens müde. Aber wartet nur, auch für euch wird bald eine andere Zeit anbrechen, wenn wir erst die Herren des Landes sind." wit diesen Worten erhob sich

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