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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 8 (1897) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
8 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 125 (sequence 13)
Language
German
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licht hell auf und riß den Alten jäh aus seiner Träumerei; er verließ den Saal und draußen im bunten Weltstadtgetriebe, unter den rauschenden Klängen der Nlilitärkapellen, den fröhlichen Stimmen der Seinen verblaßte die Erinnerung an das eben Geschaute. Als er jedoch wieder daheim in seinem stillen Städtchen war, versammelten sich oft feiertags nach der Andacht die Nachbarn und freunde um ihn und lauschten, wenn er ihnen „den Sommerabend im Zudengäßchen" beschrieb, jenes Gemälde, welches das Leben im Ghetto so meisterhaft schildert, daß es vielfach ein gemaltes Stück jüdischer Kulturgeschichte genannt worden ist! Die egyptischen Pyramiden. von Er. L. m. w. Was vor fast 5000 Jahren die thatkrästigen Könige des heiligen Nillandes oft mit Hilfe von Hunderttausenden schufen, das steht noch heute lebendig vor uns, denn die ungeheueren Steinblöcke, aus denen die Pyramiden ausgeschichtet wurden, und welche ohne Biörtel, nur durch ihre eigene Last verbunden, gleich künstlichen Steinbergen emporstiegen, üe rufen uns zu: „Sieh, was ein gewaltiger Wille, was jahrzehntelange Ausdauer, was unermüdlicher Fleiß vermögen." Die Pyramiden finden sich bei den meisten alten Tulturvölkern, bei den Egyptern, Babyloniern, Assyriern, Indern und bei den alten amerikanischen Völkern. Am häufigsten kommt die Stusenpyramide vor; das ist ein mehr oder minder hoher Bau aus rechteckigen, von unten nach oben sich verkleinernden Terrassen. Diese Terrassen tragen gewöhnlich zu oberst einen Tempel, eine. Grabkuppel, wohl auch einen Palast oder einen Opseraltar. So war der berühmteste fast 200 nt hohe babylonische Thurm eine ungeheure Stusenpyramide, welche zu oberst einen Tempel trug. Eine ähnliche Anlage zeigen die Pyramiden der alten Völker in den mittleren Teilen Amerikas. Eigentümliche, mehr turmähnliche Pyramiden sind die Pagoden der Buddhisten. Auch unsere gothischen Türme sind im wesentlichen Stusenpyramiden, und zwar dreistufige Pyramiden, bei denen im Gegensätze zu den alten Pyramiden die Höhe gegenüber der Grundfläche bedeutend überwiegt. Am bekanntesten und eigenartigsten sind die egyptischen Pyramiden, die ältesten Königsgräber des Nilreiches. Sie wurden zur Zeit des sogenannten alten Reiches von einigen der mächtigsten Könige so groß und gewaltig erbaut, daß sie noch jetzt, fast 5000 Jahre nach ihrer Entstehung, vielfach in ihrer alten Größe erhalten sind, und unser Erstaunen Hervorrufen. Nach den neuesten Messungen beträgt die Seitenlänge der Eheops-Pyramide bei Gise (Gizeh) 236 m, die Höhe M m. Da aber die Pyramiden später ihrer Bekleidung mit prismatischen Platten, welche die Stufen aussüllten, beraubt wurden und namentlich ihrer Spitze dadurch verlustig gingen, so beträgt

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