Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 8 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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So heißt es von einem großen Schiffe, welches den Verkehr zwischen Nizza und Wassilia (Warseille) vermittelte, daß es jüdischen Leuten gehörte.. „Wenn ein Schiff von fern her auf einen Hafen zuhielt, so war man in der Stadt zuerst meist der Meinung, daß -es ein jüdisches Schiff sein müsse," heißt es in einer Ehrorik aus jener Zeit. Gleich den anderen fremdM Aaufleuten i,n Reiche standen auch die Juden unter kaiserlichem Schutze und waren in ihrem Handel unbeschränkt. Um den Wohlstand seines Reiches zu heben, gestattete ihnen Aarl der Große, Grundbesitz zu erwerben, Gewerbe, Handel und Schifffahrt zu treiben. . . - Vor jetzt genau elfhundert Jahren (797) war es auch, als Aarl den länderkundigen Juden Isaak an den Ehalifen Harun Ulraschid schickte. Isaak, der neben den beiden fränkischen Edelleuten als hauptgesandten die Rolle eines Dolmetschers spielte, verstand die arabische Sprache, ein Umstand, woraus wir schließen dürften, daß er wohl früher schon zu öfteren Walen zu Handelszwecken den Orient besucht hatte. Auf der Rückreise starben die beiden hauptgesandten, Lantfried und Siegismund, und so hatte Isaak allein das Antwortschreiben und die reichen Geschenke des Ehalifen zu überbringen. In Aachen wurde er von Aarl dem Großen in feierlicher Audienz empfangen, anerkennend wurde es in den Reichsannalen verzeichnet, daß es Isaak gelungen war, das Geschenk des Ehalifen von Bagdad — einen lebenden Elefanten — an das hoflager Aarls zu bringen. Ganz besonders aber verdient Aarls Sorge für die Bilduvg seiner jüd. Unterthanen, welche weit hinter der ihrer Glaubensgenossen in Italien und Spanien zürückstand, hervorgehoben zu werden. Allgemein bekannt ist es, wie er zur Unterweisung der Franken berühmte Lehrer des Airchengesanges und andere Gelehrte aus Italien und England kommen, Orgeln in den Airchen aufstellen ließ und sich gern mit gelehrten Ulännern über die Vorzeit, über die Bücher der heiligen Schrift und über göttliche Dinge unterhielt. So schickte ihm auch der Ehalife einen gelehrten Juden aus Babylonien, Rabbi Wachir, welchen Aarl der jüd. Gemeinde zu Narbonne versetzte. Von einem seiner Römerzüge brachte er Rabbi Woses, den Alten aus Lucca in Italien mit. Als dieser bald starb, veranlaßte Aarl, daß sein Sohn R. Aalonymos (787) nach Deutschland kam, er ist der zweite Rabbiner von Uiainz; ihm folgte im Amte sein Sohn Weschullam. Bestätigt wird dies noch durch Folgendest Im Jahre \858 wurde beim Bau der Eisenbau in der Nähe von Wainz eine große Anzahl jüdischer Leichensteine aufgegraben, von welchen die ältesten aus dem neunten Jahrhundert stammten. Darunter befand sich -auch der Denkstein für den genannten Rabbi Weschullam, Sohn des Rabbi Aalonymos aus Lucca. Dieser, ein berühmter Gelehrter und vorzüglicher liturgischer Dichter, — die von ihm verfaßten hynmen werden noch heute in der Synagoge verlesen und bilden eine Zierde der Liturgie des Versöhnungstages -v war der Zeit nach der dritte Rabbiner von Blainz. So hat Aarl der Große durch