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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 8 (1897) · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
8 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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- 117 - Zeit verkauft, sondern auch noch bessere Preise als bisher für dieselben erzielt. — „Großvater," rief Daniel freudig erregt und lief auf den lächelnden Alten zu, ihm die Hand zärtlich küssend, „stets habe ich deiner Ankunft sehnsüchtig geharrt, und du weißt, daß ich am liebsten gar nicht von deiner Seite weichen möchte; allein heute erscheint mir deine unerwartete Ankunft als eine besonders glückliche Fügung des Himmels. Doch jetzt brauche ich nicht mehr der Freudensbote zu sein, der ich gern gewesen wäre. Du siehst, lieber Großvater, wie mit des Allmächtigen Hilfe unser geliebter Vater der drohendsten Gefahr der tückischen Krankheit entrückt ist." „Gepriesen sei der Gott unserer Väter, der Heilung sendet den Kranken seines Volkes!" sprach der Greis mit gefalteten Händen; „nicht der Kunst des Arztes habe ich vertraut, — denn was ist menschliche Weisheit, was ist menschliches Können — auf Gottes Wacht allein habe ich stets gebaut." „Aber wie konnnt es, Großvater," fragte Daniel, „daß wir dich dieses Wal so schnell wieder in unserer Witte haben, während wir dich sonst einige Tage entbehren mußten?" „Gin gütiges Geschick war mein Begleiter," antwortete Eli, „schon mein erster Versuch, die geschnitzten Sächelchen in K. abzusetzen, war ein glücklicher. In denr ersten Hause, das ich betrat, wurde ein großes Festmahl abgehalten. Der Diener des Hauses wollte nrich schroff abweisen; der gütige Hausherr merkte dies und kaufte mir, uni mich für die Roheit seines Dieners zu entschädigen, einen großen Teil der von mir feilgebotenen Gegenstände ab, und einige seiner Gäste, in froher Weinlaune, nahmen den Best. Auf diese Weise war ich meiner Bürde schnell entledigt und konnte ein ansehnliches Sünnnchen unser eigen nennen. Die Freude über den unerwarteten Erfolg ließ mich die Wüdigkeit von dem weiten beschwerlichen Wege vergessen. Für den Erlös kaufte ich einige Lebensmittet für Tuch und einen stärkenden Wein für Euren lieben Vater. Während ich den letzteren erstand, hörte ich, wie die Lente ein Ereignis besprachen, das mir fast unglaublich schien. Gin etwa zwölfjähriger Knabe soll nämlich die Rettung zweier Frauen aus einer sehr gefährlichen Lage bewirkt haben." Daniel zuckte zusammen, als er dieses hörte, ließ aber sonst nichts merken. Da baten die anderen Kinder: „Ach bitte, bitte, lieber Großvater, erzähle doch, was du in der Stadt erfahren hast!" In der Befürchtung, die Unterhaltung möchte den Kranken stören, ging Gli an das Lager seines Sohnes. Dieser schien den fragenden Blick des Alten zu verstehen und schaute freundlich lächelnd zu ihm auf und sprach mit zwar schwacher, aber deutlicher Stimme; „(D sei unbesorgt, lieber Vater, — es thut mir ja so wohl — eurer Unterhaltung — folgen zu können —; es stört nrich durchaus nicht — bitte, — erzähle, erzähle." Beruhigt setzte sich der Greis wieder an den Tisch, während die Hausfrau das Frühstück bereitete. „Zwei Schloßdanren," begann Gli, und die

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