Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 7 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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106 — am Körper. — Herzog Karl der Kühne von Burgund, dessen Schatzkammer als die reichsten Europas galten, erschien 1473 auf dem Reichstage zu Trier mit einem perlenbesetzten Kleide, woran der Besatz allein 400,000 Mk kostete. — Nach der Entdeckung und Besitzergreifung von Amerika, wo die Spanier wie in den Totenstadt Talomeco Millionen von kostbaren Perlen erbeuteten, kam die Perlenliebhaberei erst recht in Aufnahme. So kaufte Papst Leo X. um 1520 eine Perle für den Preis von 264,000 Mk, während die Republik Venedig dem Sultan Soliman 1. ein Geschenk mit einer solchen machte, die bare 300,000 Mk kostete. Im Jahre 1600 trug Kaiser Rudolf II. an seinem Hute eine Perle von der Gross« einer Muskatellerbirne, deren Wert von Kennern auf 100,000 Dukaten veranschlagt wird. Auch Philipp VI. von Spanien besass im Jahre 1637 eine Perle von 126 Karat Gewicht, deren Preis auf anderthalb Millionen Mark geschätzt wird. Kurfürst Maximilian von Bayern schenkte fast umdieselbe Zeit seiner Braut, einer Tochter Kaiser Ferdinand’s II., eine Perlenschnur von 900 Stück, deren jede einzelne 2000 Mk kostete. — Der Fürst von Maskote besass im Anfänge des 18. Jahrhunderts eine durchsichtige Perle, für die ihm 120,000 Mk. geboten wurden, ohne dass er sie dafür hingab. Um dieselbe Zeit kaufte der Schah von Persien von einem Fischer aus Katifa eine Perle um 1,400,000 Francs in Gold. — Im Schatze der ostindischen Handelscompagnie zu London liegt eine mehrere Fuss lange Schnur echter Perlen, de en jede auf 200 Pfund Sterling geschätzt wird. - - Auf der Weltausstellung zu London zeigte die englische Firma A. Iloze eine Perle von 450 Karat Gewicht, die um 1,800,000 Mk. feilgeboten wurde. — Eine kostbare Perle bildet noch gegenwärtig die Spitze des Kreuzes auf der englichen Krone. Sie wird auf 30,000 Pfund Sterling geschätzt, ward aber von Karl I. seinerzeit für 18000 Pfund Sterling an die holländische Republik verpfändet, von der England sie später einlöste. Befiehl dem Herrn Deine Wege. Erzählung von Bettina Gutfeld. Thränenlos und stumm faß Eugen da, während der Bater und feine Geschwister laut und sch verzlich um die tote Blutter weinten und jannnerten. Nur um einen schein bleicher, als es gewöhnlich schon war, schien sein hageres Gesichtchen; sonst hatte es den finsteren, trotzigen Ausdruck, den es gewöhnlich zur 5chau trug. Die Blutter war noch die einzige gewesen, die durch ihre unendliche Liebe und Geduld sein eigensinniges, störriges Wesen zu bannen und leiten vermocht hatte. Nun war sie dahingegangen, und das Rind in