Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 7 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 ist nur gering un6 wertlos, und das Ganze ein Gemengsel, ein Allerlei, und soll, wie manches andere an diesen Abenden, nur ein Sinnbild sein und die Kinder Zu fragen anregen. Aber daher schreibt es sich, daß man von einem wertlosen oder durch schlechte Mschuug verdorbenen Ding sagte: „Das ist gut Zu Lharoses!" 6. Der eigentliche Dortrag (Haggadah) am Seberabenö beginnt damit, daß ein Kind an den Hausvater die Frage richtet, was die mancherlei Dinge auf dem Gische bedeuten, „warum unterscheidet sich dieser Abend von allen anderen Abenden? Ma nischtanneh hallajlo hasse mikkol hallelos?" Schwer ist diese Frage ja nicht, da sie schon sehr alt ist; und das Kind, welches diese Frage thut, braucht gewiß nicht besonders klug sein chochom) Zu sein, jst kein Kind in der Gesellschaft, so übernimmt ein Erwachsener diese Frage — und für den ist es erst recht was Leichtes. Daher nannte man einen, der solche Fragen thut, die sehr leicht sind, die er aber für sehr klug hält, oder überhaupt einen Alenschen, der sich immer für sehr klug hält, eineu ,.Chochom aus der Ma nischtannneh.“ 7. Das letzte Liedchen in der Haggaöah ist das Ghaögadjo, das Lied von dem Lämmleiu. Der Inhalt ist der, daß der Stärkere sich auf den Schwächeren stürzt, dann aber von einem noch Stärkeren gestraft wird, bis dieser von dem allmächtigen Gott vernichtet wird. Aber die Worte des Liedchens, das noch dazu in chaldäischer Sprache verfaßt ist, enthalten so viele Wiederholungen, daß man leicht irre werden kann, wenn wir also heute sagen: „Das ist ein Durcheinander, wie Kraut und Rüben," so sagten unsere Vorfahren scherzhaft: „Das is e Ghaögadje." Soviel für heute. Ilber das jüdisch-deutsche wollen wir aber im Laufe des jahres noch einmal ausführlicher reden. Dr. B. Kuttner. Kostbare Perlen. Von jeher haben die echten Perlen, jene wunderbare Gebilde, welche in den Schalen der Perlenmuschel Vorkommen, für den kostbarsten Schmück gegolten, besonders dann, wenn sie weiss und durchsichtig oder auch ganz schwarz waren. — Die römischen Damen schon verbrauchten etwas Frheblichcs in Perlenschmuck. — Die beiden Perlen der Königin Kleopatra von Aegypten, welche sie als Ohrringe trug, wurden nach heutigem Gelde auf anderthalb Millionen Mark geschätzt. Die unglückliche Frau löste deren eine in Essig auf, um sie zu trinken, die andere wurde nach ihrem Tode erbeutet und in zwei Hälften geteilt, die nun die Ohren der Venusstatue im Pantheon zu Rom zieren mussten. Lollia Paullina, des wahnsinnigen Caligula Gattin, trug einst, laut noch vorhandener Urkunden für sechseinhalb Millionen Mark Perlen schmuck