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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 7 (1897) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
7 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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104 nicht lernen, weil keine (Obrigkeit ihnen erlaubte, eine öffentliche schule Zu besuchen ober mit Christen Zu verkehren, woher hätten sie da ein ordentliches Deutsch lernen sollen? Da habt ihr es doch heute — Gott sei dank! — besser. Lernet also fleißig! Doch nun Zu den Sprichwörtern! 1. Peßach heißt bekanntlich auch chag hamazzos, „das Hest der ungesäuerten Brote/ Alan hat also darauf Zu achten, daß der Teig, aus dem die AlaZZos gebacken werden, nicht in Sauerteig übergehe; das könnte aber leicht geschehen, wenn man etwa während des Knetens davonginge. Deshalb darf der, der den Mazzoteig bereitet, sich durch nichts unterbrechen lassen. Dnö das ist ganZ in der Ordnung, stst nun einer auch bei einer nicht so wichtigen Sache so übereifrig, daß er nicht davonZubriugeu ist, so fragt mau ihn spöttisch: „Rnctst du 'neu 211 azzeteig?" 2. „Um jeden (Ouark werd' ich gerufen!", so ruft mancher heute ungeduldig aus, wenn er durch unwichtige Sachen immer wieder belästigt wird; früher sagte man oft: „Und wenn ich im Mazzeteig stecke, werd ich auch gerufen." 5. Alles, was nicht ungesäuert ist, heißt „Chomez," ö. h. „Gesäuertes." Das Zeitwort chomez heißt eigentlich: „scharf sein, sauer sein, gewaltthätig sein," und daher Z. B. Psalm 71,4: chomez „der Gewaltthätige." Der gährende Sauerteig ist deshalb das Sinnbild der Sünde. M Talmud wird ein schlechter Mensch geradezu ein Chomez genannt. Daher sagte mau von einem sündhaften Menschen: „Das is e ChomeZ!" 4. Jm 2. B. 21101. Jo,7 heißt es: „Cs soll bei dir nichts Gesäuertes gesehen werden, und soll bei dir kein Sauerteig gesehen werden in deinem ganzen Gebiete." ^hr wißt, wie deswegen schon vor Beginn des Pehachfestes alles sorgfältig gereinigt, jeder Raum, ja jeder Winkel gesäubert wird, dannt auch nicht aus versehen ein Chomez liegen bleibe. Aber nicht nur ein ChomeZ selbst, sondern auch Gegenstände, die garuicht gesäuert, also auch nicht Chomez sind, an denen aber Choinez hängen kann, weil sie das ^ahr hindurch im Gebrauch sind, werden über Peßach weggethan und durch österliche ersetzt, wer aber nicht wegen des einen festes lauter neue Gegenstände beschaffen will, der macht die im stahre gebrauchten („chomezdiken") durch waschen, Scheuern, Glühen und dergl. österlich („jontofdik"). Natürlich kann eine überfromme Dausfrau dabei auch übertreiben; auf eine solche jrau halte man die scherzhafte Redensart: „Die macht den Fußschemel jontofdik." ö. Zur Crinuerung au die Lehmarbeiteu der Israeliten in Ägypten wird an den beiden ersten Peßachabenden (den sogenannten Seöerabenöen) das „Charoses" gegessen. (Charsus heißt „die Töpferei," und schaar hacharsus in herein. 19,2: „das Töpferthor." Das Charoses hat deswegen ein lehmfarbiges Aussehen und ist bekanntlich aus Äpfeln, bitteren Mandeln, Zünmt, Sützwein und dergl., also allerlei zusammengesetzt. >des für sich

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