Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 7 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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anregen. Kein Fest aber übt einen »nächtigeren Reiz auf die Gemüter dep Jugend aus als das peßachfest. Jetzt sind sie nicht mehr fern, die Lederabende mit ihren einfach-schönen Welodien und der sinnvollen Aussch»nückung der Ledertafel. Dann perlt der Wein in den Gläsern und Bechern, und die Klänge der uralten Sprache, welche unsere Borfahren cinft in ihrem Tande gesprochen, erklingen von dankesfreudigen Tippen. Wiederum wie in früheren Jahren wird das ungesäuerte Brot uns an die Wühseligkeiten des aus Aegypten ziehende»» Volkes erinnern. Und auf der Lederschüssel prangt das frische, zarte Grün der Petersilie neben den» bitteren Kraut und de»n wohlschmeckenden „Lehm." — Sollten diese Dinge euch gleichgültig sein? Nein, das frohe Aufleuchten in euren Augen, während ihr diese Zeilen leset, beweist es n»ir, daß ihr bereits in Lehnsucht der festlichen Tage harret! — Aber: „Ulan erscheine nicht leer vor de»n Angesichte des Ewigen!" ^rei. Erzählung von E. F l a n t e r. (Fortsetzung.) Eli nahm sein Bündel auf de»! Rücken und trat rüstig vorwärts schreitend den U)eg nach R. an, während Daniel nach der entgegengesetzten Richtung seine Schritte lenkte. Die Worte des Großvaters hatten einen mächtigen Eindruck auf ihn gen»acht. „Lei mutig, treu und fleißig," so tönte es ihm unaufhörlich in den Ghren. Jetzt, da er allein war, überdachte er alles, was der Großvater ih»n in so eindringlicher Weise gesagt hatte, e»npfand er die Bedeutung der Unterredung, unter deren ganze»»! Eindruck er stand. „Wütig, treu und fleißig," sprach er leise vor sich hin, gleichsa»»», als ob er diese Worte durch die Wiederholung seinen» Gedächtnisse einprägen wollte. Jetzt schien er erst zu begreifen, weshalb der Alte ihn vorhin bei»»» Eintritt in de»» dichten U)ald fragte, ob er Furcht e»»»psinde. Und feinen Eichenstock mit der Rechten fester fasse»»d, sagte er: „Bin ich »»icht ein Lohn des Volkes, das einen Juda Wakkabi aufzmveisen hat? Und haben »»»eine Väter es jemals an Wut fehle»» lassen, wem» es galt, unfern heiligen Glauben zu verteidige»» oder das bedrängte Vaterland zu schützen oder de»n Nächsten beizustehen? (D, der gute Großvater hat mir oft genug erzählt vo»» Limso»», David, Elia und anderen Helden, die sich weder vor Ungeheuern noch vor den »nächtigsten Wenschen fürchteten. Erst neulich erzählte er mir, wie er von seinen» Haus das raublustige Gesindel abwehrte, bis ih»» die Übermacht überwältigte u»»d ihn» schließlich nichts als das »»ackte Leben ließ. Klein Großvater müßte sich n»ei»»er schä»nei», wenn ich »»icht gleich ih»»», sobald Un»stände es erfordern, Wut und Entschlossenheit bekunden würde." In diesen» Selbstgespräch war er ei»» gutes Stück Weges vorwärts gekommen u»»d ai» eine Stelle des Waldes gelangt, wo das noch u»»belaubte