Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 6 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 uns aller Menschenwürde beraubende Leibeigenschaft vertauschen mußte, der kennt das Leben, der weiß, welche Aufgaben'er der Zukunft zuweisen soll. Daniel, du weißt nicht, was es heißt, frei sein, frei! Aber das will ich dir sagen, Daniel" — und seine Stimme klang so weich und doch so bestimmt — „trachte Tag und Nacht darnach, frei zu werden, frei, wie deine Väter es einst waren, frei, wie ich auch war. — — — Sei mutig, treu und fleißig!" Der Alte hielt erschöpf inne. Plötzlich richtete er sich auf. Daniel folgte seinem Beispiel. „Die Zeit drängt, wir müsseil scheiden; aber was ich dir gesagt — du bist verständig genug, um es zu begreifen." Tli legte seine Hände aus das Haupt des Anaben und segnete ihn. hastig ergriff Daniel die Hände des Greises und preßte sie an seine Lippen. „Lebe wohl!" „Lebe wohl!" _ (Fortsetzung folgt.) Die Murzel aller Bücher. Don Dr. D. (5 n g l a e n ö e r. 21Tctne lieben Kinder! Lin junger Indier ans dem englischen Vasallenstaate M^sore las einmal das sehr verbreitete Buch eines wanöerpredigers, das ihill wegen feines belehrenden Inhalts außerordentlich gut gesiel. von all den schönell Lindrücken und Gedanken des Buches erfüllt, ging er zu dem Priester, der ihn lesen gelehrt hatte, und sagte Zu ihm: „Du hast mir ein sehr interessantes Buch geliehen; es ist besser und großartiger als die Bibel." Da wies der Geistliche auf einen Baulll, der sich in ihrer Bähe befaild, und spracht „Siehst du den schönen Mangobauni?" — „Je, mein Lehrer," war die Antwort- „Jßest du nicht seine Zrucht und erfreuest dich nicht an ihrer Süßigkeit?" — „Ja, mein vehrer." — „Und wo würde jener Baum sein, wenn er nicht seine wurzeln hätte?" — „GH", sagt der junge Mann, „nun sehe ich, was du meinst; die Bibel ist die Wurzel, und alle anderen guteil Bücher in der Welt entstammen daher." Diese kleine Geschichte lehrt uns, daß diejenigen, die andere Bücher lesen, ohne ein Wort der Bibel Zu kennen, so weit von der Wahrheit entfernt sind wie jener junge Hindu. Ja, die Bibel ist in der Chat die Wurzel aller Bücher, ein unersetzliches, kostbares Buch! Andere gute Schriften interessieren und belehren uns; aber keine ist eine so anregende und liebevolle Vehrmeisterin, wie die Bibel. Gb die Sonne des Glückes uns lächelt, ob Unglück uns heinisucht, -- stets ist die Bibel unser Beistand und unsere Stütze, unsere Ratgeberili und Mrerin. Sie stärkt die Schwachen und verleiht Weisheit den Linfältigen; da wird vernünftig das eitle Herz und bescheiden das hochniütige; Verstocktheit wandelt sich in Sanftmut, und zartere Gefühle beseelen das Gewissen, indem 6ie Roheit gewohnt hat. Und dieses herrliche Buch, wie wenig haben wir