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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 6 (1897) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
6 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 segenbringenden Gesetzen, „die den hilfsbedürftigen größere Sicherheit und Ergiebigkeit des Beistandes, auf den sie Anspruch haben, bringen sollen", kündete er in seiner denkwürdigen Botschaft vom f7. November f88f an und konnte sie durch Gottes Gnade zum großen Teil noch in Kraft treten sehen. Alle diese ausgezeichneten Tharaktereigenschaftcn krönte das strenge Pflichtgefühl, das ihn selbst in der Nähe des Todes nicht verließ und hier in den Worten Ausdruck fand, die mit Recht dem deutschen Volke als Motto für des Kaisers Wirken und Streben gelten: „Ich habe keine Zeit, müde zu sein!" Wie das Rolandslied von dem großen Karl ein gar erhebendes Bild zeichnet und ihn als Idealgestalt darstellt, „seine Augen leuchtend wie der Morgenstern, der Glanz seines Angesichts blendend wie die Sonne um Mittag, ein rechter Richter, der die Rechte alle kannte und sie allem Volke lehrte, wie er sie von den Engeln gelernt hatte", so erscheint dem nachfolgenden Geschlecht schon heute der erste Kaiser des geeinten deutschen Vaterlandes Wilhelm der Große! 5 rei. Erzählung von E. Flanter. Nach einenr langen harten Winter lächelte die Sonne wieder zum ersten Male. Die Eisblumen an den kleinen Fenstern der Hütte, die einsam an der Bandstraße stand, schrumpften immer mehr zusannnen, und bald konnte das freundliche Sonnenlicht ungehindert in den niedrigen Raum, eindringen. Die Eiszapfen am Dache schienen sich bewußt zu sein, daß sie nun ihr glänzendes Dasein aufgeben müßten und weinten bittre Thränen, die in großen Tropfen zur Erde sielen. Die Lerche schwang sich trillernd in die Lüfte, um der Welt zu verkünden, daß des Winters Macht gebrochen, und daß die Natur zu neuern Leben erwacht sei. Auf dem Lande macht sich der herannahende Frühling weit früher und angenehmer bemerkbar als in der Stadt — gleichsam als Entschädigung und zum Ausgleich dafür, daß die Bewohner des Landes unter der Strenge des Winters mehr zu leiden haben als die Städter. Der lächelnde Sonnenblick hatte feine wohlthuende Wirkung auch auf die ^Insassen jener niedrigen mit Stroh bedeckten Hütte ausgeübt, in der es jetzt lebhaft zu werden begann. Die Sonne war eben in majestätischer Fracht am Firmanrent erschienen, um die letzten Spuren des Winters zu verwischen und der Jahreszeit den Stempel auszudrücken. „Großvater", begann jetzt ein etwa zwölfjähriger Knabe, der älteste Sohn der Familie Gabriel, von der die Hütte bewohnt war, „möchtest Du

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