Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 5 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9620171-9626621-9621740--0521-9621753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 schon am Tage vorher gekocht ist, denn jeder fromme Jude wird es für sehr sündhaft halten, am Sabbath eine Speise zu genießen, die desselben Tages wäre zubereitet worden. Daher muß die jüdische Rüche von jeher darauf bedacht nehmen, für den Sabbath am Freitag schon derartige Speisen zu bereiten, die womöglich kalt gegessen werden konnten, dabei aber doch recht schmackhaft (am Sabbath soll man ja sogar bessere Speisen als an Werktagen genießen) und sättigend waren, denn, wenn die Synagoge aus war, hatte jeder junger! So ist denn aus der jüdischen Rüche jene eigenartige Speise hervorgegangen, die vorzüglich bestimmt war, am Sabbath Rcorgen nach dem Tnde der Schul' gegessen zu werden, daher der Name Scholend oder Schalet. IPemt ^chr, liebe Rinder, einmal beim Schaletmahle sitzt, so denkt auch, hierdurch angeregt, an die Bedeutung dieses Gerichts. Glaubt mir aber, daß gar mancher Jude den rechten würzigen Geschmack vom Schalet deshalb nicht mehr kennt, weil er die Borbedingung zu dem Genüsse derselben nicht erfüllt, weil er nämlich nicht vorher inr Gotteshause gewesen ist. Damm rate ich Tuch, suchet wenigstens an Sabbat- und Feiertagen den Gottesdienst auf. Rommt ihr nach andächtigem Gebete aus dem Gotteshause Heini, und eure Rkutter überrascht euch dann mit einem niedlichen Schalet, nun so fmit euch um so mehr, und der „Onkel Jugendfreund" freut sich mit euch und wünscht euch dann jedesmal von ganzem Kerzen: „Gesegneten Appetit!" Erzählungen aus dein Talmud. Bon Br. Doctor. BI. Die Gotteslehre verleiht Leben. (Fortsetzung aus Ro. 3 und Schluß.) Run log Akiba ciiifam und verlassen im Gefängnis. iXm Sonnenstrahl drang Zn ihm, tiefe Finsternis herrschte in seiner Zelle. Aber in seinem ssnnern war es hell, sein Glanbe erleuchtete sein Gemüt. Rach einigen Tagen bekam er einen Gefährten. Gs war kein andrer als Pappos. Erschüttert reichte ihm R. Akiba die Hand. „Auch Du, mein Freund," sagte der weise, „mutztest ins Gefäilgnis? was hast du gethan, datz Dir dasselbe Los beschieden ist wie mir?" <llit thränenerstickter Stimme antwortete Pappos: „heil Dir, frommer Rabbi. Du bist ins Gefängnis geworfen worden, weil Du für die Erhaltung unseres Glaubens gesorgt hast. Du hast das tröstliche Bewutzsein, für das höchste und Edelste gewirkt Zu haben. — Das Gefühl Deiner Unschuld erhebt Dich über alle Leiden, ssch aber bin wegen lüchtigeir, weltlichen Thnns verurteilt worden, und meine Schuld drückt mich schwer darnieder." Eines Rtorgens wurde dem Rabbi mitgeteilt, datz seine Todesstunde gekommen sei. Ruhig und gelassen folgte er seinen Henkern. Seine Schüler warteten weinend seiner. Als sie ihn erblickten, brachen sie in lautes Weh- X klagen aus. Alit rohen Händen rissen ihm die Schergen sein Gewand voln / klagen aus. Alit rohen Händen rissen ihm die Schergen sein Gewand voln /