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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 5 (1897) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
5 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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königlichen Aalastes auf. Bei dieser Gelegenheit hat er auch den Ulordplan der beiden Schloßwächter belauscht und der Esther mitgeteilt. Die Juden sind von den persischen Königen immer mit Wohlwollen behandelt worden, sie sind auch immer dafür dankbar gewesen. Und so war es bei Uwrdechai eine Folge seiner Treue und Dankbarkeit gegen den Aönig, daß er ihm das Leben rettete. Aber auch Aönig Ahasverus ist ein wann dankbarer Gesinnung. Auch nachdem er weiß, daß Esther eine Juden ist, verläßt er sie nicht, sondern bleibt ihr in dankbarer Liebe treu. Das) wordechai ein Jude ist, weiß er gleichfalls; trotzdem vergißt er es nicht, daß er diesem die Rettung seines Lebens verdankt, und er erweist ihm hohe Ehre. Bur einer denkt nicht an die Dankbarkeit, und das ist Haman. Das tst auch gar kein Wunder; denn ein wensch, der nur an sich denkt, ist niemals dankbar. Haman wußte recht wohl, daß wardechai den Aönig gerettet hatte, wäre Haman dem Aönige, der ihn doch zum mächtigsten Wanne im ganzen Reiche gemacht hatte, in Dankbarkeit ergeben gewesen, so hätte er sich über des Ainigs Eeretlnnz freueil und dem wordechai freundlich gesinnt sein müssen. Aber derselbe wordechai hatte ihm nicht die Ehre erwiesen, und darum sollte er an den Galgen, auch wenn er dem Aönige das Leben gerettet hatte. Ein böser Wensch hält auch leicht andere für böse, und so glaubt der undankbare Haman, der Aönig werde auch undankbar sein und seinen Lebensretter hängen lassen. Schon hieraus sehen wir, wie roh Haman war und wie wenig Sinn er für Dankbarkeit hatte. So sind denn die Strafen, die ihn ereilen, wohlverdient. Er selbst mußte dabei Helsen, als der Aönig dem wordechai seinen Dank abstattete. Und als gar ein Bedienter es dem Aönige verriet, Haman habe für wordechai, der dem Aönige das Leben gerettet, einen Galgen errichtet, da wurde es diesen! doch zu arg, und er befahl, Haman selbst an diesen Galgen zu hängen. So sehen wir, wie die Tugend der Dankbarkeit den wenschen veredelt, während der Undankbare ein roher wensch wird und mit der Zeit dann ins Unglück gerät. Und nun, liebe Ainder, feiert das Aurimfest, wie es vorgeschriebe!! ist, als „Tag der Freude und des Wahles und als Festtag, Gaben zu schicken einer dem andern und Geschenke an die Dürftigen" (Esther Aap. (-),22) I 3» dankbarer Erinnerung an die wunderbare Rettung der 3uden mag uns innner wieder an unsere Pflichten als Iehudim erinnern und uns in der Überzeugung bestärken, daß Gott uns nie verlassen, und daß seine Hilfe uns stets nahe fein wird, so wir uns als dankbare Ainder zeigen.

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