Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 3 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 „Ein Arzt umsonst ist nichts wert.“ „Sieben Jahre war Hungersnot — aber an des Handwerkers Thüre kam sie nicht.“ „Gelassen, gelassen! das ist vierhundert Sus wert.4' „Ein Kamel verlangte nach Hörnern, da schnitt man ihm die Ohren ab, die es hatte.4‘ „AVer Schmerzen hat, der gehe zum Arzte.“ „Das Kleid ist dem, der es hat, teuer. „Nicht die Maus ist der Dieb, sondern das Mauseloch.“ Lin ^ugendstreicl?. Wirklich erlebt. (Nachdruck verboten.) Der Neuntann Wilhelm und der Schwarzer Albert das waren ein paar „richtige Intimuffe," das wußte nicht bloß jedes Rind im Städtchen, sondern auch die „großen Leute". und gerade die Hatten die größte Freude an uns beiden stillvergnügter Freundschaft Huldigenden Knaben. Die „andern Jungen" waren weniger ergötzt von unserem schönen Verhältnis, sie waren wohl ein bischen neidisch aus mich, denn hätte einer von ihnen sich Alberts Freundschaft zu erfreuen gehabt, so wäre er von aller Schulsorge frei und ledig gewesen; mein Intimus war nicht bloß ein Schüler von ungewöhnlicher Begabung, er war auch ein „guter Kerl," — von dem könnte einer nach Herzenslust abschreiben — und da muß gerade der Neuntann Wilhelm mit „dem" verkehren, öer hat's doch gar nicht nötig. Nun freilich hatte ich das nicht, aber weil unser Verhältnis durch keinen Ausblick nach eignent Nutzen getrübt wurde, erhielt es sich in ungeminderter Schönheit. Blich kostete es nun freilich manches Opfer, denn ich war ein sideler Bursche, zu allerlei Streichen aufgelegt und liebte die munteren Bewegungsspiele mit den Kameraden, der Albert aber war ein schwächliches und kränkliches Kind, er konnte oft nicht mitfpicleu Dies wurde ihm fälschlich als Stolz ausgelegt, so wenig auch eine Spur dieser häßlichen Eigenschaft in seiner Seele vorhanden war. Aber Ihr wißt ja, wie ungerecht über einen Kameraden geurteilt wird, der in allen Lehrgegenständen der „Erste" ist, beim Spielen aber der Letzte. Wir widmeten also, wenn auch unfreiwillig, unsere freie Zeit dent Gespräche. Was wir da alles für dumntes Zeug mit der klügsten BAene von der Welt zusammen geschwatzt haben, wie könnte ich's heut noch wissen? Wessen ich ntich besinne, das war im Grunde so öumnt nicht: wir sprachen viel von David und Jonathan, das lag nahe, wir erörterten die Frage, ob Simson stärker gewesen sei oder der Biese Goliath; wir entschieden uns für den ersten. Dann kamen wir gewöhnlich aus die Zoologie