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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 3 (1897) · p. Seite 41

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
3 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 41 (sequence 9)
Language
German
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— 41 der im Verkehr gebräuchlichen Wörter verstand und auch das Ilandalphabet geläufig gebrauchen konnte. Letzteres, — auch Fingersprache genannt — sucht durch gewisse Stellungen der Hand (man sieht solche an der Seite des Reliefs) die einzelnen Schriftzeichen zu ersetzen. Durch das Zusammenwirken der Hauptsprache mit der Fingersprache und dem Ablesen vom Munde glaubte Pereire seine Erfolge erreicht zu haben. Sogar dem Könige Ludwig XV. durfte Pereire seine Schüler vorstellen. Dieser war von den Leistungen der Taubstummen so überrascht, dass er dem strebsamen Lehrer eine jährliche Rente von "800 Livres überweisen Hess. Alle Berichte bezeugen, dass Pereire mit seinen Schülern, es waren im ganzen zwölf, die glänzendsten Resultate erzielt hat; nichts ist aber mehr zu bedauern, als dass er seine Methode der Mitwelt nicht übergab. Sollte ihn die selbstsüchtige Erwartung daran gehindert haben, dass man ihn für die Mitteilung seiner Erfindung reichlich belohnen würde? Das verdunkelt den hell leuchtenden Glanz seines Namens. „Seine Methode, welche die einzig richtigen Wege zeigte, wurde nicht bekannt, ja sie kam bald in Vergessenheit — durch seine Schuld, denn ein Werk der Menschenliebe duldet keine Selbstsucht.“ Hätte er sein Verfahren frei und offen ausgesprochen, so hätte er seinem Werke erst dauernden Wert verliehen. Pereire starb 1780 zu Paris. Auf dem von ihm beschrittenen Wege folgte man nicht. Die Lautsprache trat für die Taubstummen Frankreichs in den Hintergrund. Handalphabet, Gebärdesprache und Schrift überwucherten dieselbe. Deutschland trat die Erbschaft an, indem Samuel Ileinicken dem Ausspruche Pereires erst die wahre Allgemeinheit gab. Tausende von Entstummten erfreuen sich bei uns des Gebrauches der Lautsprache, während man sich in Frankreich von der künstlichen Gebärdesprache noch nicht freimachen kann. Sprüche. Von Rabbin?r Dr. M. L. So manches Sprichwort, das ihr täglich hört und das auch euren Beifall besitzt, kommt aus dem Talmud. Ich nenne euch nun mehrere talmudische Sprichwörter und verspreche euch, weitere folgen zu lassen, vorausgesetzt, dass diese euch gefallen. Ihr werdet gut daran thun, für jedes dieser Sprichwörter vergleichsweise ein deutsches heranzuziehen und euch dann jene genau zu merken. Ihr gewinnt so einen grösseren Schatz an schönen Sprichwörtern, die ihr dann zur rechten Zeit anwenden könnt und beherzigen sollt. „Eine Myrthe heisst Myrthe und wird so genannt, steht sie auch zwischen Farrenkraut.“

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