Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 1 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 W aus öcm (Karten zu ihni herüber, ihu packte wilde Verzweiflung, er erhob seine Stimme und — o Wunder — sie tönte, tönte klar weithin, und es gelang ihm, all seine Sehnsucht, all sein Weh in einem Liede auszusprechen, das Alle, die es hörten, tief ergriff, plötzlich öffneten sich dieThore; mit einem Jubel' schrei sprang unser Aäfer in den Zaubergarten und sein trauriges Sehnsuchtslied verwandelte sich in ein Lied der Freude und der Dankbarkeit. Alle lauschten ihm entzückt, sein Herz schlug ungestüm in wilder Freude, er eilte aus seine Lieblingsblumen zu, um sie zu umarmen, aber noch bevor er sie erreicht hatte, sank er tot zu Boden; er hatte alles Glück, das ihm beschieden war, in einer seligen Minute genossen, und dann war sein kleines Herz vor Freude gesprungen." „Ist die Geschichte auch wahr?" fragte ein Gräschen. „Ich sagte dir ja," erwiderte der Schmetterling, „daß ich diesen Schluß nur geträumt habe und nicht weiß, was aus dem armen Aäferchen geworden ist, ich glaube jedoch, daß sich sein Schicksal in Wirklichkeit wohl ganz, ganz anders gestaltet haben wird und daß er die Gesilde seiner Sehnsucht nie erblickt hat." Philo. Biographische Skizze. Von I)r. ,l. 11. .1 aco bso 11. tlegen das Ende des zweiten Tempels haben zwei gelehrte .Jisraeliten durch ihre klassischen Schriften sich vorzüglich ausgezeichnet und ihren iVamcn unsterbliche Denkmale zurückgelassen: Philo und Josephus. Philo, auch .Jedidjah der Alexandriner genannt, war zu Alexandrien in Egypten etwa 90 .Jahre vor der Zerstörung des zweiten Tempels geboren und lebte unter der Regierung des römischen Kaisers Cujus Galigula. Aus einem vornehmen Hause stammend, genoss er eine ausgezeichnete Erziehung, und wurde frühzeitig in allen Wissenschaften unterrichtet, die ein nach Wissenschaftlichkeit strebender junger Mann nötig hatte, und wozu jene Stadt als Sammelplatz der ausgezeichnetsten Gelehrten jener Zeit, so reichliche Gelegenheit geboten. Vorzüglich legte er sich auf Grammatik, Geometrie, Astronomie und fremde Sprachen und tliat bei anhaltendem Eleisse und unterstützt von herrlichen natürlichen Anlagen sich bald über andere sehr vorteilhaft hervor. Im blühenden griechischen Stile schrieb er viele Werke, von denen aber nur zweiundvierzig Bücher auf uns gekommen- und in fremde *> Kin Gelehrter, aus Egypten gebürtig, der zu Rom und Alexandrien ebte und viel schrieb. Seine Schrift „Gegen die Juden“ ist von |esefus widerlegt worden in dessen Schrift „(legen den Apion.“ 1