Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 1 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 — Namen, den Namen seines Zehrers und seines Baters und schafft sich und seinen Rindern und Rindeskindern bis an das Ende der Geschlechter einen bösen Namen. 5. Zu größeren Wahlzeiten erfolgten Einladungen. Der gute Ton heischte es, daß man Einladungen, die nicht eindringlich genug geschahen, cht leicht Folge leistete; hingegen galt es als ebenso unhöflich, sich lange bitten zu lassen, und als Beleidigung, eine Einladung nicht anzunehmen. 60 Schmerzen befallen den, der die Einladung des Nächsten verninunt, ihr aber nicht Folge leistet. Die Tafel wird folgendermaßen beschrieben: Obenan befinden sich Ehrenplätze für die Vornehmsten, weiterhin füralle Eingeladenen. Längs der wände ziehen sich Divane, die mit Rissen belegt sind. Die Tische, zumeist für drei Personen eingerichtet, gewinnen durch die Decken, die auf ihnen ausgebreitet liegen, sowie durch Servietten für die Gäste ein freundliches Aussehen. — Die Geräte, zumeist Silber, glänzen, als wären sie neu oder mindestens frisch poliert; Schüssel und Teller, Rrüge und Flaschen, Schalen und Becher verschiedener Art und Form sind in Reih und Glied aufgestellt; wesser, Gabel und Löffel liegen friedlich nebeneinander, und auch an Zahnstochern fehlt es nicht. — Seitwärts ruht auf einenr Gestelle ein Waschbecken, und daneben befindet sich eine Wasserkanne. Märchen. Bon Z. Sontowsky. „Zn einenr ferrrerr, feinen Lande liegt ein wunderbarer Garterr; viel viel schöner als alle anderen Gärten der Welt!" So begann der Schmetterling feine Erzählung; die Blumen des Gartens hörten ihnr mit glühenden Bäckchen zu, als er ihnen die Fracht und Herrlichkeit des Zaubergartens schilderte, ihnen erzählte, wie dort die Sonne Heller strahle, der', worrd silberner leuchte, die Lüfte linder wehen als sonst auf Erden. Die Blümchen empfanden eine früher nie gekannte Sehnsucht; am liebsten hätten sie sich auf die Wanderschaft nach jenem wunderherrlichen Gefilde begeben. Der Schmetterling fuhr fort: „Der Garten ist von einer dichten wauer umgeben, deren Thore sich nur demjenigen öffnen, der sie durch die wacht seines Gesanges dazu zwingt; wem die Natur diese Gabe versagt hat, dem^ bleiben "sie für immer verschlossen. Da war ein kleiner, brauner Räfer,"'häßlich und unansehnlich, der träumte Tag und Nacht von den Herrlichkeiten des Gartens; in diesen zu gelangen, war sein einziger Wunsch. Er war blind gegen das Gute, das ihn umgab, blind für die Schönheit der Erde, unempfänglich für die Freuden der Zugend, denr Garten galt all fein Fühlen und Denken. wenn Räferlein sehnsüchtig an der Blauer stand und durch kleine Ritzest hinein zu