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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 1 (1897) · p. Seite 8

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
1 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 alles,,! hieß es. — Sie sträubte sich auch freilich nicht, die treue Mutter, als man sie von dem plane des großmütigen Künstlers in ‘Kenntnis setzte. „Ihr werdet's besser haben als bei mir," sagte sie beim Abschiede und weinte auch nicht. Gott aber sah ihre heißen Thränen, sah ihr Händeringen, als sie nun einsam war, er hörte den Schrei des schmerzzuckenden Mutterherzens. Nachher ging sie wie sonst und verkaufte alte Kleider, lief hin und her, nur alterte sie rasch, trug sich gebückter, und ihre Augen waren immer rot. Es fragte sie aber kein Mensch weshalb. — „In zwei Jahren bin ich Biozart geworden, und dann komme ich und hole Dich!" hatte David beim Abschied gesagt; daran dachte Sarah immer und immer. — _(Schluß folgt.) ^Nalstzeit und Gastmatzl in Bibel und Talmud. Von Or. Adolf Rosen zweig, Rabbiner in Berlin. 1. Die Festsetzung bestimmter Essenszeiten bei den Völkern hängt von deren Hauptbeschäftigung und Kulturstand ab. Hirten und Landleute verlassen am Morgen ihre Hütten, um sie erst am Abend wieder aufzusuchen, daher Völkerschaften, deren Hauptbeschäftigung Ackerbau und Viehzucht bilden, auch nur zwei Hauptmahlzeiten: den Morgenimbiß und das Abendbrot, kennen. Diese Einrichtung bestand auch in Israel seit uralten Tagen, daher das talmudische Zeitalter die Einführung dieser beiden Mahlzeiten auf Moses zurückführt. Gelegentlich wurde auch am Tage, etwa zur Mittagszeit, etwas genossen; Schnitter aßen ihr Brot, das sie in Essig tauchten, wie im Buche Ruth zu lesen. Selbstverständlich war die Essenszeit bei den verschiedenen Ständm verschieden. Als der Gesundheit besonders zuträglich galt das Morgenbrot. — Viele Krankheiten sollen durch das Morgenbrot verhütet werden. Der Imbiß bestand zumeist aus Brod und etwas Zukost; schon früh am Tage sich gütlich thun, galt als verwerflich, als Kennzeichen eines üppigen, schwelgerischen Lebens. Die Zeit für das Frühstück erstreckt sich bis zum Mittag — die Lydier aßen schon in der ersten Stunde, unehrliches Volk in der zweiten, glückliche Erben, denen ein günstiges Geschick alle Mühen der Arbeit ersparte, in der dritten, in der vierten aßen Arbeiter und in der fünften die übrigen Gesellschaftsklassen, hier und da galt auch die vierte Stunde als Essenszeit für die verschiedenen Gesellschaftsklassen, die fünfte für die Arbeiter und die sechste für die Gelehrten; von da an und weiter, so nahm man an, gleicht alles Lffen, dem kein Morgenbrot vorangegangen war, den, Steine, der ins Master geworfen wird. Die Hauptmahlzeit fand am Abend, aber nicht allzuspät, statt: nach talmudischer Anschauung sollte man stets vor völligem Einbruch der Nacht

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