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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 1 (1897) · p. Seite 4

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
1 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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■ — 4 — Aber der Krug geht so lange Zu Wasser, bis er bricht. Bald darauf brachte öer Knabe bei einer fehlenden Arbeit dieselbeit Ausflüchte vor. (kr wurde von öent Lehrer nach Hanse geschickt, um das Heft Zu holen, stetzt kommt Ao. 3; denn Karl kam balö mit der dreisten Aleldnng Zurück, die Wohnung sei verschlossen, was sich aber als Lüge erwies, als der Lehrer einen anderen Knaben Zn Karls Eltern schickte. Es ergab sich, daß der dreiste Lügner an die Ausarbeitung seiner Aufgabe gar nicht gedacht habe. Zur Ehrenrettung Karlchens mutz ich euch sagen, datz er als guter Eltern Kind sich die Sache ernstlich Zn Herzen nahm, noch rechtzeitig vom bösen Wege umkehrte und von nun an seinen Pflichten g treulich nachkam, sich auch erst dann im freien erholte, nachdem er seine Schularbeiten mit gehörigem Kleist erledigt hatte. Kann erst genotz er mit um so grötzerem Behagen seine Erholung. _ (Fortsetzung folgt.) Zwei Brüder. Von Llise Polko. In der engen Gasse einer Handelsstadt lebte vor nunmehr siebenzig Jahren eine arme Jüdin, die sich vom Gin- und Verkauf alter Kleider notdürftig ernährte. Sk hatte einst bessere Tage gesehen und in einer recht glücklichen Ehe gelebt: ihr wann starb aber an, Nervenü^l^,-, als sie ih", kaum drei Ulonate vorher ein numteres Zwillingspaar geboren, kräftige Knaben, auf die beide Eltern nicht wenig stolz waren. Isaak hatte eben ein kleines Geschäft begonnen, seine Unternehmungen wurden von Erfolg gekrönt; er blickte froh hoffend in die Zukunft seiner Kinder; da kam der Tod und machte plötzlich allem Sorgen und Schaffen ein ewiges Ende, und die fleißigen Hände, die sich so unermüdlich geregt, lagen nun starr und gelähmt auf der stillen Brust des Toten. Sarah nahm zerriff'nen Herzens ihre beiden Kinder, ging mit ihnen zmn Rabbi und fragte ihn um Rat, was sie beginnen sollte in ihrer großen Not und Verlassenheit. Und der Rabbi sprach mit den ältesten der Gemeinde, und sie traten alle zusammen und halfen und rieten, so viel sie konnten, und nach vielen durchweinten Tagen und schlaflosen Nächten war die arme Frau im Stande, durch mühselige Thätigkeit ihr und der Kinder (eben zu fristen. Die Brüder wuchsen unter Ulangel und Entbehrung aus und hatten das sechste Jahr erreicht, als sich bei beiden eine Eigenschaft entwickelte, die gar bald die Aufmerksamkeit aller, die mit den Kindern in Berührung kamen, in hohem Grade auf sich zog. Beide zeigten nämlich eine ungewöhnliche Vorliebe sür Umsik, eine auffallende Achtsamkeit für je.en Ton, der in ihrer Nähe laut wurde. Jacob lief jeder Trompeter nach, trieb sich vor allen Garten-Toncerten hermn und ging oft stundenlang mit den Drehorgelspielern von Haus zu Haus, wußte genau ihre Einnahme zu berechnen,

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