Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 1 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 müssen. will es aber gern glauben, manchem von euch ist es nicht möglich, öie Alark anfZubringm, unö ihr möchtet öoch so gerne regelmäßig den „Jugendfreund" erhalten. Run vernehinet, wie leicht unö billig ihr das erreichen könnt. von acht Schülern Zahlt jeder nur einen Pfennig pro Woche, das ergiebt, öas Vierteljahr Zn 13 Wochen gerechnet, 1>01 Alk., demnach noch einen kleinen veberschntz. vnö wenn sich in einer Schule mehrere solche kleine Gesellschaften bilden, so wächst damit öie Zahl der Abonnenten, daß dadurch euer „Gnkel" in die Lage kommt, euch noch viel mehr Gutes und Schönes Zu bringen. Reben dem Genuß der Unterhaltung und Belehrung habt ihr noch den Vorteil, euch an Grdnnng und Sauberkeit gewähren Zn müssen; denn selbstverständlich sind diese Eigenschaften erforderlich, wenn keiner der Leser Zu kurz kommen soll, wenn, nun die einzelnen Rummern hübsch beisammen sind -- und das hat einer ans dem Leserkreis pflichtgeinäß Zu besorgen — dann laßt den ganzen Jahrgang binden, unö eure Schülerbibliothek hat ein wertvolles Buch mehr, ven veberschnß sammelt ihr so lange, bis ihr für eure Schule auch noch die schönen Bändchen der „Israel, ^ugenöbibliothek" anschaffen könnt. M seht also: „viele wenig machen ein viel," wie das Sprichwort sagt. weiter! fthr wißt, Höflichkeit kostet nichts, und öoch ist diese eine sehr empfehlenswerte Tugend, die schon so manchen, der sie mit Aufrichtigkeit übte und Zu Glück und Ehren verholfen hat. Run wollen wir uns nach der Schattenseite wenden unö — ich sehe es im voraus — wir werden der abschreckenden Beispiele leider mehr finden, als uns lieb sein kann. So kannte ich einen Knaben, sonst ein lieber, freundlicher Bursche, aber etwas leichtsinnig, wir wollen sagen flatterhaft. Vieser dachte nur an die Gegenwart und genoß diese nach seiner weise mit vollen Zügen, oft bis zur Erinattnng; denn beim Sj iel mit seinen Kameraden war er stets obenan. Eines Tages kam er aus der Schule, warf, seine Büchermappe ab, nahm sich kaum Zeit zum Vesper, und dann gings, heidi! hinaus ans den Spielplatz. Rachdem er sich längere Zeit getummelt hatte, kehrte er heim, unö da er erinüdet war, schlief er ein — ohne seine Schularbeit gelöst Zn haben, woran öoch ein fleißiges, gesittetes Kind Zu allererst Zn denken hat. — Vas war der erste Fehltritt unseres wilden Bürschchens. Ro. 2 kam am folgenden Tage nach; denn da Karlchen, so hieß der Knabe, in der Schule seine schriftliche Arbeit vorlegen sollte, kam ihm, wenn auch schweren Herzens, eine Unwahrheit über seine Lippen; er sagte nämlich, er habe die Arbeit gemacht, sein Heft aber Zn Hause vergessen, ver Lehrer merkte wohl, was die Glocke geschlagen: da er aber sonst mit dem Knaben einigermaßen Zufrieden wahr, ließ er es sich mit -einem bedeutungsvollen Blick genügen, den aber Karl in seiner Verwirrung nicht Zu verstehen schien.