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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 24 (1895) · p. Seite 382

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
24 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 382 (sequence 10)
Language
German
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382 Auch Irma hätte cs gerne gethan. Ach, die schönen Dukaten! Wenn sie die hätte gewinnen und dem Vater zur Reise schicken können, dann wären alle ihre Sorgen geschwunden. Aber sie gehörte nicht zu den geladenen Gästen, für sie war nicht der schöne Preis bestimmt, so dackite ~fie und blieb stille. Das Erzählen begann. Pista war der Erste ait der Reihe. Doch den: armen Jungen ging es schlinun. Zwar wußte er seine Sache vielleicht gut, allein mit dem bloßen Ivissen ist noch nicht alles gethan; man muß auch lernen es anwenden und auf die Lippen bringen. pifta aber hatte, wie inan so sagt, den Amnd nicht aus dem rechten Fleck, er war ungeschickt im Erzählen, und seine Geschichte hatte nicht Rops und nicht Fuß. So bekam der arme Schebn, anstatt des goldenen Preises, die Schellenkappe aus den Aops, und alles lachte ihn tüchtig aus, nach dem Sprichwort! „Iver den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." Ebenso erging es den andern Rindern. Als die geräuschvolle Lustigkeit, die dieser Vorfall erregt hatte, verstummt war, sprach der alte Herr: „Es bleibt nun nichts übrig, als daß ich euch die Geschichte erzähle. Doch was glaubt ihr, sollte sich nicht Irma zuerst darin versuchen? Sie scheint es zu verstehn. „Ja, Irma soll erzählen!" riesen die Rinder. Sie ließ sich nicht lange bitten, sann eine XDeüe nach und erzählte dann in so schlichter und fließender Sprache die Geschichte der INackabäer, daß alle mit angehaltenem Atem lauschten. Als Irma die Geschichte beendet hatte, blieb sie eine Iveile still iit Gedanken sitzen und ihre Augen wurden feucht. „Lieber Gott, dachte sie, auch mir warst du ein Helfer! Auch mich hast du r>oit bösen Acenschen befreit, hast mich von wilden Tieren errettet, und bald soll ich die guten Eltern sehen! All mein Lebtag will ich daran denken und dich von ganzem Herzen lieben." Die Rinder aber sprangen von ihren Plätzen aus, umringten das sinnende Alädchen und riesen: „Irina freue dich du hast die Dukaten gewonnen! So schön wie du, hat uns noch niemand die Geschichte erzählt." Die Frau Doktorin streichelte Irma's Ivangen, gab ihr das schöne Elsenbeinbüchschen mit den Dukaten und sagte: „Da hast du sie, du hast sie redlich verdient." Das hoch erfreute Mädchen bat den Doktor, er möge die Goldstücke dem Vater schicken, damit er Geld zur Herreise habe. Der gute, alte Herr aber lächelte und sagte: „Ich . habe deinem Vater das Reisegeld gleich mit dem Brief geschickt, den ich ihn: geschrieben. Ivenn er konunt, kannst du selbst ihm die Dukaten geben." Zwei Tage nachher klopfte es an die Thür, und herein traten ein Illaim und eine Frau, das waren Irma's Elten. „Vater! Amtier!" schrie das Rind, außer sich vor Freude und flog ihnen entgegen und in ihre Arme. Jubel und Glück waren jetzt ohne Ende. Alle Eltern und Rinder können sich das vorstellen. Ivir wollen uns mit ihnen freuen, wie dies auch der gute Doktor und feine brave Frau thaten.

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