Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 24 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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^euftcr Irma blieb allein. Sie weinte und schluchzte lange, so lange bis heruv'ücht weiter konnte. Da sandte der liebe. Gott als guten Gugel den Schlaf zu ihr: der sch. ihr saust die vom Meinen-müden Augen, so daß-sie während der flacht, bald Hereingehrochen war, -bis zum/Morgen alle ihre Schmerzen vergaß. ... lP 4 2lm nächsten Tage wurde Irma' von der alten Zigeunerin zu de' anderen Mitgliedern des Dauses aeführt, und sie sah, daß dieselben allesa Komödianten waren. Gs befanden sich daselbst viele Kinder, große und kleine; alle müßten vom Morgen bis zum Abend Kü /^neke einüben, tanzen und springen lernen. In einem großen Saale wurden 'die Kinder in allerlei Künste unterrichtet. Don einer A)and zur andern war, in ziemlicher höhe, ein Seil gespanntz aus demselben trippelte ein kleines Mädchen mit gar zarten Füßen aus und ab, ab und aus. Nebenan wurde von einem schon erwachsenen Knaben ein Kind, als wäre es eine dünne Gerte, zusammengebogen, so daß Kops und Zr" aneinander kamen und sich berührten. In der Mitte des Saales schlugen Knaben Purzelbäume, oder > stellte sich einer aus den Kops, aus die Hand oder aus den Fuß b* Kameraden. Atemlos vor Grstaunen sah Inna dcis an. Akehr Gefallen aber ha sie an den Tänzen, die aus einer anderen Seite ausgesührt wurden. Mie leicht und zierlich drehten und wirbelten sich die Knaben und Au' chen herum, bald aus einem Fuße, wie ein Kreisel, jeder für sich allein, b. in schönen Verschlingungen alle zusammen. Die Mädchen, wi<' eine Flau seder voni Minde getrieben, die Knaben wie ein Gummiballon von kräfti Hand geworfen, so flogen sie aus und nieder nach den: Takte des Tpm und der Geige, die lustig ausspielten. Als alles gehörig wie nach dem Schnürchen ging, zog man den Kini.- hübsche Kleidchen und j?utzsachen an, und darin mußte jedes noch enn seine Kunst probieren. Jetzt war es aber erst schön! Die Aöckchen mit goldenen und silbernen Streifen durch buntsarbie goldsransige Gürtel befestigt, die Leibchen, Mützchen und haarreisen v Korallen, Flitter und glänzenden Steinen verziert; wie funkelte, wie gläv und blitzte das durcheinander, während die Kinder schaukelten und schwel sprangen und tanzten. Die Alte, die inzwischen gekocht und gewirtschastet hatte, war oft hc gekonnnen. Sie hatte, ihre beiden Anne in die Hüfte gestennnt, zugesc gelobt Fder^ gescholten, je nachdem es ihr gefallen. e)u Inna aber sagte sie: „Na, ist das prächtig? Morgen wirst du tanzen lernen. Mirft's besser machen als alle; ich feh's deinen Fi chen an." „Ich will keine Komödiantin werden!" rief Irma, „mag bei nicht tanzen!" „Dann wirst du die da oben kosten," lachte das Meib höhnisch auf peitsche zeigend.