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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 24 (1895) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
24 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 376 (sequence 4)
Language
German
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376. bk Hirten hierher, um bei den Klängen der Zigeunermusik zu tanzen und sich sonst ein Gutes anzuthun. # Hier machte der Schlitten halt; die Pferde wurden gefüttert. Die Alte ließ für sich und Irina Bvod und Wein geben; doch sie fände,! in der Wirtsstube kamn ein Plätzchen zun, Sitzen, so viele Zigeuner waren ha. Alit ihren lange,)-Schwärzen Haaren, ihren schmutzigen Heinden und den . ,enden Augen in.- '"braunen Gesichtern sahen diese Alenschen unheunlich aus. Sie saßen sänken uncher, tranken, sprachen oder schrieen in ihren, Kauderwel;?. ,buten dabei aus kleinen Ofeifen „„gebeuten Taback, so daß man swmlschic»^ c^h, Inna wuröc igc, ,d sie dankte Gott, als die Alte endlich aufbrach und die ~ Draußen fragte die Klein y .hrmann, ob sie sich nicht wieder ver-' irrt hätten, weil, sie noch nun,er? .wt zu Hause seien; da lachte der Fuhrinann laut auf. Dies Lachen war so höhnisch und so häßlich, daß das arme INädchen. zusannnenschrak, und ganz bleich wurde. Die Alte aber sagte: „sei nur ruhig, bald werden wir dort sein, wo wir sein wollen." Irina rief schluchzend: „In der ganzen Welt führt ihr ,nich herum, nur nach Hause bringt ihr auch nicht! ®, wäre ich nicht mit dir gegangen, du böses Weib!" „Wenn du nicht einsteigst," rief die Zigeunerin zornig, „so fahren wir und lassen dich hier allein zurück!" Aus der Tzarda tönte wilder Lärm heraus. Zwischen den Betrunkenen drinnen war Zank und Streit ausgebrochen, und mit gezückten Western wurde eben ein Zigeuner von inehreren andern aus der Schenke gejagt.!Das sollte Irma thun? Konnte sie hier bleiben unter den rohen Wenschen? And so stieg sie ein, obwohl sie bereits argen Verdacht gegen das schlechte alte Weib hegte, und ihr Herz war sehr beklommen, während die Fahrt weiter ging. Ts mochte ungefähr vier Uhr nachmittags sein, schon begann es zu dunkeln, als sie wieder in ein alleinstehendes Haus kamen; es war dies ein altes verwittertes Wohngebäude. Der Schlitten hielt, und ,nan stieg aus. „Was inachen wir nun hier?" fragte Ir,na. Die Zigeunerin faßte ihre Hand, zog sie hinein in das Haus und in eine duinpfe, heiße Stube. „Na, da sind wir endlich zu Hause!" sagte die Alte lachend. „Was sagst du?" rief Irina zu Tode erschrocken. „Hier bist du zu Hause! Aber ich — aber ich —" „Auch du wirst von heute an dein Zuhause hier haben!" unterbrach sie ihre Begleiterin, mit einen, Grinsen, das freundlich sein sollte. „Du bleibst bei mir." Das betrogene, entführte Kind schrie laut auf, weinte und wollte for^ allein die Alte achtete nicht auf das Iannnern der Bedauernswerten. S verschloß die Thür, steckte den Schlüssel in die Tasche und ging dann durc eins zweite Thür, die sie ebenfalls hinter sich verriegelte, in die andere Stub< wo ihr Sohn mit Frau und Kindern sich befand.

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