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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 22 (1895) · p. Seite 348

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
22 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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348 Bar-Tanoura, ein israelitisches Dorf. Das Dorf Bar-ilaiiaura liegt in einer Entfernung von-50 Stunden Zu Pferde von Mofful, Zwischen den bedeutenderen Dörfern Ainad^ah und Lizane; es Zählt IOO Häuser und i-st ausschließlich von Israeliten bewohnt. Jn Amao^ah und Lizane wohnen Muselmänner und Christen, die in frerndschaftlichen Beziehungen Zn den finden stehen. Lin wenig gegen Rorden ans den hohen Bergen liegt das Dorf Dlonlarnerk, ein wahres Rest der räuberischen Kurden, der Geißel des Landes. Jit Bar-Tanoura findet sich eine in der ganZen Ringegend weit und breit berühmte Grotte, welche die finden als die Meoras Llijahn Hannowi (die Höhle des Propheten Llijahn) bezeichnen. Sie wird nicht nur von den flsraeliten, sondern auch von den Muselmännern und Christen mit besonderer Derehrnng betrachtet. Die Umgangssprache der finden ist ein nensvrischer fjargon; diese braven Leute glauben jedoch in ihrer Unwissenheit das alte Lhaldäifch Zu sprechen. Aber auch des Arabischen sind sie mächtig. Ans Überlieferungen wollen sie wissen, daß die flsraelitenin diesem Orte seit der Rückkehr ans dem babylonischen Lril angesiedelt seien, was einer Zeit von 25 oder 26 fjahrhnnderten gleich käme. Die hundert Emilien des Dorfes leben, in guten Derhältliiffen, dreißig Familienhäupter find Weber, sie kaufen die wolle in rohem Zustande, die Frauen spinnen sie, und die Männer weben. Ulan erhält ein glänzendes und festes Leinen, aus welchem die Frauen verschiedene Kleidungsstücke verfertigen, die in den benachbarten Dorfschaften verkauft werden. Zwanzig sind Gerber und Schuhmacher; auf den umliegenden Bergen wachsen viele Lichen, aus denen sie Gerberlohe gewinnen; sie färben die Häute rot und niachen türkische Pantoffeln daraus. Die fünfzig anderen treiben Handel, sie reisen nach Mofful, um dort gestreifte Stoffe, BaiunwollenZeuge und Gewürze Zu kaufen, welche sie in den Dörfern verkaufen, fjhr Verdienst ist ein sehr mäßiger; sie sind nicht reich, aber auch nicht elend und arm; da das Leben nicht teuer ist, gewinnen sie genug, unu ihre Frauen und Kinder Zu ernähren, und es bleibt ihnen Zeit genug, um sich mit dem Studiuin der Thora und des Talmud Zu beschäftigen. Alle diese Arbeiter, alle diese Kaufleute sind Zugleich unterrichtete Männer und, wir Zur Zeit des Talmuds, vereinigen sie sich nach Erledigung ihrer Geschäfte, um die heiligen Schriften Zu studieren. Die Weber und Schuhmacher verdienen täglich bO oder 60 Centimes (40 bis 50 Pfennig), die Kaufleute wohl ein wenig mehr; aber das Kilo Brot kostet auch nur 12 Centimes (ca. 10 Pfennig), das Fleisch 16 Centimes, Gemüse und Obst sind sehr wohlfeil

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