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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 22 (1895) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
22 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 345 (sequence 5)
Language
German
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345 mehr die ersten Befehle zur Veranstaltung des Wahles gab, das am andern Tage stattfinden sollte. In nächster Nähe des tiefblauen weeres, dessen Wellen die sanft absteigenden User küßten, sollte inmitten eines üppigen, würzig duftenden Palmenhaines das Festmahl hergerichtet werden. Unzählige Sklaven rührten geschäftig die Hände, den Platz zu ebnen, der mit kostbaren gold- und silberdurchwirkten Decken belegt wurde. Ulan schaffte prächtige, aus Gold und Elfenbein gefertigte Gefäße herbei. Die Tafel am Uleeresstrande schmückte alle Herrlichkeiten der Erde, die jedes Auge entzückten. Balsamische, schier berauschende Düste entströmten den herrlichen Blüten und Blwnen, welche in Gold- und Ucarmorvasen standen, und erfüllten ringsum die Luft; und auserlesene Früchte luden gar verlockend zum Genüsse eilt. Und ans alle diese Pracht und Herrlichkeit warf die Sonne ihre goldenen Strahlen, die, sich tausendfältig in den glänzenden Edelmetallen wiederspiegelnd, das Auge des Beschauers schier blendeten. In unmittelbarer Nähe der Tafel erhob sich der reich geschmückte Thron des Königs. Gold und Elfenbein, Edelsteine und perlen schmückten ihn und fesselten den Blick mit Zauberbann. Aus diesem Throne saß der König, mit goldstrotzenden Gewändern angethan, aus dem Haupte ein weithin funkelndes Diadem. Stolz schaute er aus alle die Herrlichkeiten zu seinen Lüsten herab. Da streifte sein Blick den Hohepriester, der, in stiller Andacht versunken, zu Füßen des allgewalligen Herrschers kniete, dessen Blick nicht neugierig über all die Pracht um ihn her schweifte, dessen Auge der. glänzende Thron nicht zu fesseln vermochte, ja, der selbst aus den König nicht schaute. Da kündeteu die Diener an, daß das Wahl bereit stehe. Alsbald wandte sich der König an den immer noch in stiller Andacht verharrenden Priester, indem er mit seinen Händen auf die Kostbarkeiten ringsum deutete, mit den stolzen Worten: „Sag an, hast du jemals Köstlicheres geschaut? war irgend einem sterblichen Fürsten schon Herrlicheres geboten? wahrlich nicht I Ich biete sie jetzt deine m Gotte! So bete denn, daß er erscheine! wusikklänge werden bald das Zeichen zum Beginn des Wahles geben! Nun bete, daß dein Gott erscheine und sein Tempel und der Best seines Volkes nicht der Vernichtung anheimsallen!" Der Hohepriester lag noch immer stumm vor dem Throne des vermessenen Königs und wagte nicht, zu diesem empor zu schauen. Da ries der

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