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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 22 (1895) · p. Seite 343

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
22 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 343 (sequence 3)
Language
German
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viel mehr für euch! Wer von euch möchte nicht gern ein gutes Andenken bei seinen Witmenschen hinterlassen, selbst wenn diese nur wenige Stunden mit euch zusammen gewesen sind! Das höchste Lob, das wir Erwachsenen euch spenden, ist nicht — ich will es euch verraten, „Das ist ein kluges Rind", sondern: „Das ist ein gesittetes, bescheidenes und wohlerzogenes R i n d!" Trachtet also unausgesetzt darnach, dieses höchste Lob zu erwerben. Seid höflich und zuvorkonunend gegen eure erwachsenen Reisegefährten! Erweiset ihnen kleine Gefälligkeiten! Versperret ihnen nicht die Aussicht, raubet ihnen nicht die frische Lust, indem ihr euch beständig an die Wagensenster stellet! Störet nicht die Ruhe derselben durch euer beständiges Schwatzen, durch eure unaufhörlichen fragen und Bitten an eure Mitreisenden Angehörigen! Wie viele eurer Reisegefährten mögen schon mehrere Tage und Nächte unterwegs sein ohne ordentlich geruht zu habeil. Wollt ihr den Schlaf dieser Wüden stören, dieser Väter und Wütter, die zu Hause auch vielleicht gute Rinder haben, welche Gott bitten, er möge den lieben Vater oder die gute Wutter gesund heimkehren lassen? Wacht ihr es nicht ebenso, wenn eure Eltern unterwegs find? Was würdet ihr wohl sagen, wenn unbescheidene Rinder eure Lieben uni die notwendige Ruhe bringen. — Auch hier wird Misere Spruchweisheit euch nicht im Stiche lassen? Denket nach und ihr werdet euch an die schöne Erzählung von den: berühmten Menschenfreunde, dem Vorbild der höchsten Geduld, an den weisen Rabbi Hillel erinnern, der aus Verlangen eines Heiden, den Hauptinhalt unseres Glaubens in dem Satze aussprach: „Was du nicht willst, daß man dir's thu, das füg' auch keinem andern zu!" — Die Allmacht Gottes. Eine Erzählung aus alter Zeit von I. Serzberg in Bromberg. Nach der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft waren sie unter die Herrschaft der Syrer gekonnnen und diesen tributpflichtig geworden. Der Rönig von Syrien hatte ihnen das Recht freier Religionsübung zugestanden. Auf einem seiner Rriegszüge war der Rönig auch tiach Jerusalem gekonnnen. Eines Tages beschied er den Hohepriester zu sich, und er sprach zu diesem: „Ich habe euch meine große Gnade zugewandt und gestattet, eurem Gotte zu dienen, wie er es Euch befohlen. So erzähle mir von diesen: Gotte, über dessen wunderbare Wacht n:ir so vieles schon verkündet worden ist."

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