Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 22 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Eindruck machon wollen, ganz besonders aber, wenn eure Eltern oder sonstigen Angehörigen zugegen sind, weil ihr an das schöne Wort unseres weisen Spruchdichters Salomo denket: „Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein thörichter Sohn ist der Gram seiner Amtier". — Ihr kommt, wie ich bereits bemerkt habe, freiwillig oder unfreiwillig, zufällig oder absichtlich mit uns, den Erwachsenen, zusanunen. wir können . demnach den Umgang der Binder mit den Erwachsenen auch so untechcheiden. \. Ein gebotener Umgang, 2. ein unvermeidlicher, 5. ein erwünschter, 4. ein verbotener Umgang. Der Umgang mit Erwachsenen ist euch an folgenden Orten g e - boten: Im Hause mit den Eltern und Verwandten, in der Schule, in: Gotteshause, wie ihr nn Hause mit euren lieben Eltern und Verwandten mngehen müsset, das habt ihr ja oft genug bei der Erklärung des fünften Gebotes gehört, ebenso wie ihr euren Umgang mit den Lehrern und den Umgang im Gotteshause einzurichten habt, wo ihr mit den Erwachsenen zu eurem Gotte betet, dem Gotte der Uleinen und der Großen. Ich hätte also nicht nötig, hier noch einmal euch all die Umgangspflichtcn gegen Eltern, Verwandte und Lehrer zu nennen, weil aber die Pflichten gegen Erwachsene nn Gotteshause selbst so oft genannt und doch so wenig geübt werden, darum will ich hier im kurzen noch einmal darauf zurückkonnnen. Da ist ein fronnner Beter, dessen Lippen sich nur bewegen, während man seine Worte nicht hört, wie einst bei der frommen Hanna. Neben diesen! frommen Beter steht ein Unabe, der seine Siddurgelehrsamkeit aller Welt zeigen will, und darum so laut betet, daß er den Nachbar in seiner Andacht stört. Ein anderes Beispiel: Ein Uuidchen sitzt neben der Umtter im Tempel, in der Witte einer Bankreihe, was würdet ihr wohl, meine jungen Freunde, dazu sagen, wenn das Mädchen anstatt auf dem Platze zu verweilen und mitzubeten oder ruhig zuzuhören, alle paar Minuten aufsteht, den Platz verläßt, sich durch ihre Nacbbarinnen hindurchdrängt, um entweder ihre Freundin zu sprechen, oder ihre Neugier zu befriedigen und so die Andacht stört? Oder: da entfällt deinen: Nachbar, einem alten Herrn, der Gebetmantel oder das Gebetbuch; wirst du dich nicht schleunigst darnach bücken? Oder willst du Zusehen, wie der sorgengebeugte, von: Alter beschwerte Bücken sich mit aller Anstrengung noch tiefer beugt, um das heruntergefallene aufzuheben? — Auch hier hilft Dir dein Spruchbüchlein, schlage es auf und lies: „Vor einen: grauen Haupte sollst Du aufstehen, und das Alter sollst du ehren." Der Un:gang mit Erwachsenen wird für euch, meine jungen Freunde, u n v e r n: e i d l i ch auf der Beise oder in der Gesellschaft. Ihr 'n:achet allein oder in Gesellschaft eurer Eltern eine kleine Erholungs¬ oder Besuchsreise. Ist es schon für uns Erwachsene dringend notwendig, die größtmögliche Bücksicht auf unsere Mitreisenden zu nehn:en, wie-