Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 20 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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315 lieber Selntar! Ich weiß, wo Du bist, Du und deine Dcitgefangenen sollen befreit werden. Zählet von heute drei Nächte ab, in der vierten werdet Ihr erlöst; haltet euch zur Flucht bereit. Dein Bruder. Wer vermag die Freude zu schildern, welche die Gefangenen empfanden, als ihnen so die Aussicht auf Befreiung eröffnet wurde. Immer wieder' lasen sie die Hoffnung verheißende Zuschrift, als ob sie ihren eigenen Augen kaum trauten. Da sie von aller Welt abgeschlossen waren, konnten sie es sich nicht erklären, wieso man ihre Spur entdeckt habe. Die freudige Erregung ließ sie nicht zur Ruhe konnnen, ihre Augen fanden keinen Schlaf. Immer dachten sie nur an den beglückenden Rcoment der Befreiung, vergegenwärtigten sie sich 6eit Augenblick der Begegnung mit ihren Angehörigen, die wiederzusehen sie gar nicht mehr hoffen zu dürfen glaubten. Und nun sollten sie auf unerklärliche Weise aus der Gefangenschaft befreit werden und wieder frei sein wie ehedem! Und das sollte sogar bald geschehen! Es erschien ihnen alles wie ein Traum, wie ein Phantasiegebilde. Aber da stand es ja schwarz auf weiß, von Simons eigener Hand geschrieben! (Schluß folgt.) m Der zweite Tempel. stahre 586 batte RebukaöneZar, der König von Babylon, Jcrufalem erobert und den Tempel zerstört. Aber sein mächtiges Reich verfiel sehr bald, und im stahre 558 wurde Babvlon durch den Perserkönig Lvrus erobert.!Mild und freundlich, wie er war, gestattete er d^n finden heimZuZiehen und den Tempel wieder Zu bauen (Esra 1,1 ff.). An 50 000 Personen, darunter viele Priester und Leviten, Sänger uti6 Sängerinnen,' geführt von Sernbabel, dem Enkel des vorletzten Königs stojachin und dem Priester stosua, machten sich nun ans, um in das Land ihrer Väter Zn Ziehen. Der König übergab alle einst fortgeführten Tempelgeräte, 5400 Stück an der Zahl, dem Sernbabel, und die Zuückbleibenden spendeten Ahnen reichliche Gaben für die Reise. Gleichwie Kinder erst unter fremden Leuten das Glück des Elternhauses schätzen lernen, so hatten die finden unter den Heiden ihre Heimat und ihre Religion achten und lieben gelernt, und so kamen sie veredelt und geläutert aus der Zremde heiln. Ain 1. Tage des 7. Aionats (Rosch-haschono) wurde der Altar an seiner früheren Stätte errichtet, um die Opfer darZubringen, „wie geschrieben steht im Buche der Lehre Aloses"; der Bau des Tempels aber begann erst im 2. 2TTonat des folgenden fiahres. f>n der ZwischsnZeit hatte mali holZ und Steine herbeigeschafft, und Zwar hatten (wie beim ersten Tempel) die Sidonier und T^rer ZedernholZ vom Libanon geliefert, wofür sie von den finden i’ _<r