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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 20 (1895) · p. Seite 314

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
20 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 314 (sequence 6)
Language
German
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314 und Eingeborenen herrschte. Jetzt trat ein Araber, eine Hünengestalt mit widerlichen Gesichtszügen, aus die Gefesselten zu. Es wurde ihnen durch Zeichen und Geberden und in englischer Sprache, die ein Leidensgesährter Selmars sprach, da er ein Engländer war, bedeutet, daß sie nunmehr Sklaven seien und sich in alles fügen müßten, was mit ihnen vorgenommen würde. Wenn sie sich ruhig und gefügig zeigten, sollte ihnen eine gute Behandlung zuteil werden. Andernfalls würden sie das Schicksal der Getöteten teilen. Hieraus wurde es in der Hütte still und finster. Als derUlorgen angebrochen war, wurden die drei Gefangenen auf ein in der Bucht liegendes Boot gebracht. Auf diesem ging es dann hinaus in die See, wo ein großes Handelsschiff vor Anker lag. Hier wurden ihnen die Hesseln abgenommen; aber sie befanden sich unter strenger Bewachung. Der untere Sckiffsraum barg eine große Anzahl Neger, die daselbst zusammengepfercht saßen, standen oder tagen. Das Schiff gehörte einen: arabischen Handelsmann, der als seine Geschäftsartikel: Elfenbein, Goldstaub und Palmöl angab, als Hauptgeschäft aber den barbarischen Sklavenhandel betrieb. Die drei weißen dieser Unglücklichen erfuhren wohl eine bessere Behandlung als die Neger. Auch die Speisen, die sie erhielten, waren genießbarer, jedenfalls stand der Sklavenhändler in Verbindung mit jenen Hottentotten, in deren Hütte der Überfall und Raub erfolgt war. Soliman Suead — so hieß der arabische Sklavenhändler, in dessen Händen die drei Weißeil sich befanden — kam täglich zu denselben und unterhielt sich, so gut es anging, freundlich mit ihnen. Er hatte bald herausgebracht, daß der eine von ihnen Buchbinder, der andere Nietalldreher und der dritte Uhrmacker und Graveur fei. Uut diesen Fähigkeiten wollte er spekulieren. Er kaufte, sobald er an einer größeren Stadt anlegte, die zu diesen Beschästigungell nötigen Werkzeuge und Rohstoffe ulid wies feine Gefangenen daraus hiil, öeß sie selbst sich dabei einen erklecklichen Gewinn schaffeil würden, wenn sie in ihr Fach schlagende Gegenställde ansertigeil, die er daml zum Verkaufe bringen würde. Da unferiuADeißen etwas Anderes zu thun nicht übrig blieb, fügten sie '' tz in dell Vorschlag, und es wurden förmliche Werkstätten auf de>il Schiffe eingerichtet. Uild da war es besonders Selmar Rodenhein, der durch feine Geschicklichkeit die ganze Auflilerksanakeit des Arabers auf sich zog. Nicht bloß, daß er in der Uhrenfabrikation Außerordentliches leistete, sondern er verband auch in Uietallgegenständen alles Ulögliche einzugravieren, Tierbilder übler Art, verschiedeile Gegenstände, in so getreuer Nachbildung, als ob die Natur selbst sie dahin versetzt hätte. Alle diese Gegenstände verkaufte oder verschenkte Solnnan Sucad danll all seine Bekannten oder Gechäftsfreunde. Später verkaufte er die drei Weißeil an eineil Geschäftsfreuild in Euiilafsie. Von hier kamen sie nach 'Sragos. Nun wissen wir, wie Selmar Rodenhein dorthin gelmigte. Es wurde bei den: Abessinier Elnil jussuf den weißen Sklaven zweiinal des Tages gestattet, ihre Werkstätte zu verlassen uild sich in den Gängeil der Pflanzung zu bewegen, freilich wlter steter Bewachuilg. Groß war die Überraschung Selinars, als ihm eines Tages von einem Aufseher, der eben die Gefangeiien in die Werkstätte zurückgesührt hatte, ein Papier in die Hand gedrückt wurde. Sebnar machte seineil Usiitgesangenen Ulitteilung von diesen: sonderbaren Vorkoiinilllis, uild als sie sich überzeugt hatten, daß sie mlbewacht feien, las Sebnar 5cn Brief:

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