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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 20 (1895) · p. Seite 313

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
20 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
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313 planes von größtem Nutzen sein könnte und würde — freilich für einen angemessenen Lohn. Dieser wurde ihm zugesichert, und der Beistand des Arabers war um so wertvoller, als sein Bruder Aufseher in den Zuckerpflanzungen Elim Zufluss war. Einen Araber zu bestechen, ist nicht schwer. Und so gelang es auch bald, den „Aufseher" gegen ein gutes Stück Geld für die Beihilfe zur Bettung der Gefangenen zu gewinnen. Er erbat sich nur einige Tage Zeit, um sich darauf vorbereiten zu können. Er unternahm es auch, die Gefangenen inzwischen auf die ihnen bevorstehende Befreiung vorzubereiten. Einen kurzen Brief, den Simon an seinen Bruder schrieb, versprach er pünktlich an dieser zu besorgen. IX. Kapitel. W c f v c i u xx cj. U)ie ist Selmar Bodenhein in die Hände des Sklavenhändlers gekommen? werdet ihr nun, meine lieben Leser, fragen. U)ir wissen, daß er sich auf die Beise nach der Kapstadt begab. Nach einer längeren Fahrt, die ohne jeden Zwischenfall von statten ging, langte inan in der Tafelbai vor der Tapstadt an, wo das Schiff, da sich ein heftiger Sturm erhob, vor Anker ging. Einige Passagiere, darunter Bodenhein, bestiegen eine Zolle mit vier Budern, und unter der Leitung eines Offiziers steuerte das kleine Fahrzeug der Stadt zu, deren Türme und Dächer man in der Ferne schimmern sah. Ein ungünstiger Wind zwang aber zur Änderung der Bichtung, und der Offizier ließ das Boot in eine kleine Bucht nordwestlich von der Bhede einlaufen, wo die Passagiere das Land bestiegen. Sie befanden sich in einen: elenden, felsigen Hottentottendorfe, aber sie waren dennoch froh, festes Land unter ihren Füßen zu haben. Die Bewohner des Dorfes waren Eingeborene. Ihre Kleidung bestand in einem aus Tierfellen zusannnengenähten Blantel, einem Schurz um die Lenden und um den hals und einer Blütze von Fell. Der Blantel der Frauen war faltenreich; auch sie trugen einen Schurz. Die Hottentotten luden die Ankömmlinge ein, in die Hütte zu konunen und bewirteten sie mit Büffelfleisch, geronnener Blilch nnd Feigen. Die Gastfreundschaft schien hier zu Hause, und da der Tag schon zur Neige ging und noch ein beinahe drei deutsche Üleilen langer steiniger Weg nach der Kapstadt zurückzulegen war, so beschlossen die Beisenden, hier zu übernachten. Die Eingeborenen kamen ihnen mit der größten Freundlichkeit entgegen. Es wurde in einer der Hütten ein Lager aus Bcoos bereitet, und da sie müde und abgespannt waren, befanden sie sich bald im tiefen Schlaf. plötzlich fühlte sich Selmar aus dem Hchlafe geweckt. Er wollte sich bewegen, sich aufrichten; allein er vermochte e^ nicht, denn seine Hände waren gefesselt. Ein grelles Licht, durch an den Minden steckende Fackeln erzeugt, blendete ihn fast. Als er sich umschaute, erblickte er zwei seiner Gefährten ebenfalls gefesselt neben sich an: Boden liegen; ein dritter und der Offizier lagen ungefesselt und regungslos da; sie waren Leiche::. Das grelle Licht der Fackel beleuchtete hell die Stätte des Überfalles, während in der Hütte ein reges Treiben von aus- und eingehenden Arabern

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