Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 19 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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305 man Srüße Heiden mit dem Gruße Israels, ob von ihnen auch das Pfalm* wort gilt: „es sprechen nicht die Vorüberziehenden: Der Legen Gottes komme über euch!" Israel spreche doch zu ihnen: Wir grüßen euch im Namen des Herrn! Im Gegensätze zu Rom, wo die Untergebenen und Abhängigen, die Menten, am srühen Akorgen im Hause des Vornehmen, ihres Patrons sich einsanden, um den Ukorgengruß, salutatio, entgegen zu bringen, sollte in Israel das erste Wort, der Ulorgengruß, ihm dargebracht werden, der Himmel und Erde erschaffen; daher es als unstatthaft galt, am srühen Worgen zu grüßen. Ebenso soll der Gruß während des Gebetes unerwidert bleiben. Auch im Badehause und in dem Dunkel der Nacht unterblieb jede Begrüßung. Als der Litte widersprechend galt die Begrüßung des Weibes. Nach Limeon b. Iochai sollte der Lchuldner seinem Gläubiger, wenn dieser ihn sonst nicht zu begrüßen pflegte, nicht mit einem Gruße entgegenkommen, weil solcher Gruß leicht als Wucherzins angesehen werden könnte. Lin glückbringender Bleistift. (Es sind jetzt ungefähr Zwei sichre, schreibt ein pariser Blatt, daß Herr der eine bescheidene Anstellung in einem Pariser Bankhause hatte, sich eines Morgens in fein Lointoir begab und an einem Hause vorbeipassierte, an dessen Ghüre ein altes Weib Lchreibrequisiten verkaufte. „Kaufen Sie mir einen Bleistift ab, guter Herr," rief die alte Frau, „das wird sihuen Glück bringen." £. hatte wellig Zeit imö eilte vorbei, ohne die Bitte der alten Frau Zu erfüllen. Aber diese war hartnäckig. „Kallfell Sie einen Bleistift um einen Sou!" rief sie, „das wird sihuen Glück bringen." — Meinetwegen," sagte T. lachend, nahm den Bleistift und Zahlte ibn* — Am nächsten Morgen wiederholte sich die Sceile. „Kaufell Sie mir einen Bleistift ab, das wird sihnen Glück bringell." — „Aber, gute Frau, das wärell nun schou Zwei Bleistifte inlö ein doppeltes Glück." — „Rehmen Sie. mir, man hat nie Glück genug." £. kaufte und ging lachelld weiter. Seitdem ging er ein siahr lang jeden Morgen an der alten Frau vorbei und kaufte ihr täglich einen Bleistift ab. Nur hatte er die Vorsicht, um feinen Schreibtisch uicht Zu sehr mit Bleistiften Zu überladen, den ihm überreichten Stift stets in die kleine Büchse, welche die Frau auf ihrem Kaden stehell hatte, ZlirückZllgebeu. — Das Glück aber, das ihm versprocheil war, blieb ans, K. blieb eiu Commis mit sehr bescheiöeuern Gehalte. Gilles Morgens faild er die alte Frau nicht all ihrem Platze, er frng nach.ihr, aber nicmaikS kannte ihre Wohnung. Der junge Herr bedauerte das Verschwilidell seiner Bteististfrall, die ihm jeden / 4