Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 19 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Llia. Im zehnten Jahrhundert der üblichen Zeitrechnung regierte in Israel der König Ahab. Auf einer Anhöhe bei Iesreel hatte er sich ein - prachtvolles Königsschloß gebaut, der elfenbeinerne Palast genannt. Er unterhielt einen friedlichen Handelsverkehr mit dem Könige von Phönizien, Ithobaal. Dieser warfrüher phönizischer Oberpriester, entthronte aber den König, seinen Bruder, und be,nächtigte sich des Thrones. Tr hatte eine Tochter, Namens Ifebel. Diese wurdeAhabsU)eib. An den phönizischenGötzendienst gewöhnt, strebte sie dahin, den prunkhasten Kultus ihrer heinrat in Israel einzuführen. Da der König Ahab schwach und nachgiebig war, gelang es ihr bald, in Lamaria und Irsreel Götzentenrpel zu erbauen und zahlreiche Priester sich zu halten, die den Baalsdienst im Volke einsührten. Dagegen verfolgte und tötete sie die Gottespropheten. Fast schien die Lache der Gotteskänrpser verloren und der Lieg des Götzendienstes über den Gottesdienst sicher. Da plötzlich erschien Elia der Thesbite wie ein hell leuchtendes Gestirn in dunkler Nacht. Kaum hat er feine Donnerstimme erhoben, um dern Könige und dem Volke ihre Lünden vorzuhalten und ihnen Ltrase anzudrohen, ist er auch schon verschwunden. Aber unvermutet ist er wieder da, furchtlos und unerschrocken schleudert er seine Drohungen gegen die Baalsdiener. Dieses plötzliche Erscheinen und Verschwinden, die Donnerstärke seiner Ltimine, der unentwegte Kampfesmut für die lautere Gottesverehrung lassen ihn als ein überirdisches U)esen erscheinen. Lchon sein Außeres ist eigentümlich genug. Er ist ein schlanker, hagerer Rkann in den mittleren Jahren, mit blassen: ernsten Gesicht von einen: nichtigen Bart umrahmt und lang herabwallenden: Haupthaar, seurigglänzenden Augen, die ernst und entschlossen 6en Gegner treffen. In einen einfachen Rkantel gehüllt, bestehend in einer Tierhaut, einen: Lchas- oder Ziegensell, vielleicht auch aus Kan:eelshaaren gewebt, und ein zweites Tierfell, als Lchurz verwendet, Landälen an den Füßen und einen langen Ltab in der Rechten — so erscheint Elia wie eine Gestalt aus einer andern: XDelt, furchtgebietend und unnahbar. Ebenso einfach und eigenartig ist feine Lebensweise. Aus dem Bache Krith trank er U)affer, und die Raben brachten ihm Fleisch und Brot. Und als der Bach infolge anhaltender Dürre ausgetrocknet war, lebte er bei einer armen U)itwe in Zareptha, wo auf wunderbare U)eise „das Riehl in: Ebner nicht abnahn:, und das Ol in der Flasche nicht fehlte." Die Hungersnot, eine Ltrafe für des Königs und des Volkes Abfall von Gott, hat den Ltarrfinn der Abtrünnigen gebrochen. Auf göttlichen Befehl versannnelt Elia das Volk und die Baalspropheten auf den: Berge Kännel, wo sich die Allmacht Gottes gegenüber der Ohinnacht der Götzen, die den Lpott Elia's heworruft, auf so wunderbare U)eise zeigt, daß das Volk auf das Angesicht fällt und ruft: „Der Ewige ist Gott, der Ewige ist Gott!" Trotzden: auch noch an den Baalspropheten die auf Götzendienst stehende