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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 19 (1895) · p. Seite 301

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
19 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 301 (sequence 9)
Language
German
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„Freilich, Sie haben alles daranzusetzen, um den Aufenthaltsort Ihres Bruders ausfindig zu machen. Ich werde Sie begleiten, wir lassen nicht ab, bis wir ihn gesunden haben." „Aber, wie das anfangen, wohin der: ersten Schritt dazu thun?" „Nun, Heb muß dabei die Führerschaft übernehmen. Er erzählte uns einmal, daß drüben von dem Abessinier weiße Sklaven angekaust und weiter befördert worden sind. Bielleicht befindet sich Ihr Bruder unter ihnen." Heb wurde ins Bertrauen gezogen und mit der Ausgabe betraut, die Führerschaft zu übernehmen. Rodenhein versprach ihn: eine hohe Belohnung, wenn es ihm gelinge, die Aufgabe nach Wunsch zu lösen. „Es ist ein schweres und gefahrvolles Werk, dem ich mich aber gern unterziehen will," sagte Heb mit flanunenden Blicken, die eine ernste Entschlossenheit verrieten, „ja schwer und gefahrvoll ist unser Borhaben, und es wird große Blühe kosten, den Aufenthaltsort Ihres Bruders ausfindig zu machen, schon weil die Überwachung der Sklaven, besonders der weißen, eine äußerst strenge und vorsichtige ist. In jedem Falle werden Sie mir gestatten müssen, Zuleika in unfern plan einzuweihen." — Das wurde nun Heb zugestanden. Die innere Erregung Rodenheins ob der gemachten Entdeckung hatte sich noch nicht gelegt. Noch lange saßen unsere Freunde beieinander und man erging sich in die verschiedensten Bermutungen, wo und in welchen Händen sich Selmar Rodenhein wohl befinden möge. Das stand bei ihnen fest, daß Selmar sich in Gefangenschaft befinden müsse und die Blesfingplatte angefertigt habe, um vielleicht durch sie den Bruder auf seine traurige Lage aufmerksam machen zu können. Freilich mußte hier ein wunderbarer Zufall mitspielen, wenn die Platte in Simons Hände kommen sollte. Aber schon zu seinem eigenen Tröste konnte Selmar die Sprüche eingraviert haben. Alle diese Erwägungen bildeten den Gegenstand ihrer Unterhaltung, die mit dem Entschluß abgebrochen wurde, Sebnar unter allen Umständen auszusuchen, und sei es mit eigener Lebensgefahr. Die ersten Schritte hierzu mußten in jedem Falle von Ali Heb ausgehen. — Dieser treue Diener unterzog sich seiner Ausgabe mit großem Eifer und Geschick. Zuleika, deren Liebe er sich versichert hatte, mußte er zunächst für seinen plan gewinnen. Bon ihr hoffte er über die weißen Sklaven, die ihr Herr verhandelt, näheres zu erfahren, vor allein, wohin sie gebracht worden seien. „Höre, Zuleika", sprach er zärtlich zu ihr, „ist es nicht auch dein Wunsch, daß ich bald in der Lage sei, unsere Hochzeit feiern zu können?" „Ach ja) lieber Heb," sagte sie freudig erregt, „das wünsche ich von Herzen." „Nun, ment Herr hat mir eine reiche Belohnung zugefichert, wen nicht ihm zur Auffindung seines Bruders verhelfe, dazu bedarf ich deiner Nilfe." „wie das?" „Das sollst du gleich erfahren." Nur einige Worte, und Heb erfuhr von Zuleika, daß drei Weiße, zwei jüngere und ein etwas älterer, von Soliman an ihren Herrn verkauft, aber nur einige Tage bei ihm geblieben, und dann unter Bewachung von 6 Arabern zu dem Bruder ihres Herrn, der an der Sklavenküste wohnte, weiter befördert worden seien. Unverzüglich machte Heb seinem Herrn hiervon Butteilung und erbot sich, nach der Skavenküste zu reisen, um den Aufenthaltsort der Weißen zu erkunden. Rodenhein willigte darein und stattete Heb reichlich mit Geld und Waffen aus. ‘ (^tsetzung folgt.)

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