Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 18 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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282 gewöhnlich noch 6er Raine hinZugefügt ist. wegen seiner Vornehmheit unö seines Reichtums wnröe er auch 6er Surft unö wegen seiner Srönunigkeit der Heilige genannt. Cr lebte Zur Zeit 6er Antonien unö stanö mit einem derselben, wahrscheinlich dem philosophischen Kaiser Klare Aurel, in einem freundschaftlichen Verhältnisse. Auch Samuel gelangte später Zu großem Ansehen und gründete in seiner Heimat eine berühmte Schule. Jw dem Gespräch Zwischen Rabbi und Samuel handelt es sich um die Srage: welches ist die Richtschnur, die der Klensch bei seinen Handluiigcn innehalten soll? Hieraus hat Rabbi eine Antwort gegeben, welche sich in den Dirke Abotb II, l befindet. Bei einer früheren Gelegenheit aber hatte Rabbi auf dieselbe K'age, um sie dem Verständnis der Engend anZupaffen, eine andere Anwort geäußert und diese sollt ihr aus folgendem Gespräche kennen lernen: Rabbi: ^rtc6c sei mit dir, mein lieber Babilonier. verZeihe, daß ich dich habe warten lassen. Lin Bote unseres erhabenen Kaisers, Gott segne ihn, hat mich so lange anfgehalten. — Hat dir meine Klagd inZwischen eine Erfrischung geboten? Samuel: ^ch danke dir, mein Lehrer, und erwidere deinen Snedensgruh. vie Zeit ist mir schnell verflossen, denn deine gelehrte Kkagd hat mich nicht nur mit wein bewirtet, sondern mir auch für eine schwierige Schriftstelle eine Erklärung gegeben, die mir recht gefallen bat. Rabbi: sjch weih, daß sie mit ihrem wissen gern prunkt. Doch besser so, als daß sie vnnützes schwatze. Auch hast du dadurch erfahren, daß man von jedem lernen kann. — Doch laß uns nun auf unser gestriges' Gespräch Zurüekkonunen, und sage mir, ob du den Spruch Hillels, gesegnet sei das Andenken des frommen, ganz verstanden hast. Samuel: ^jch glaube, ihn wohl verstanden Zu haben, aber ich fürchte, ihn nicht immer befolgen Zu können. Rabbi: Und warum fürchtest du? Samuel: Laß es mich bekennen, mein Lehrer, daß ich manchmal, gleich einem Wanderer, dem mehrere Wege offen stehen, nicht den richtigen weg Zu finden weiß. Bisher hat mich mein Vater geleitet, aber da dieser nun nach Rehardea gezogen ist, bin ich unsicher geworden. Rabbi:?Ich verstehe, du wünschest Dir einen Führer, gleich jenem Königssohn, den sein Vater sehr liebte und ihn gern vor allem Bösen bewahren wollte. Diesem bestellte der Vater einen weisen, der stets bei ihm fein, und ihm mit Ermahnungen beistehen sollte. Samuel: (!) wie schön wäre es, wenn ich solch einen weisen Luhrer neben mir hätte! Rabbi: Erwäge aber, ob dies wohl möglich, auch ob es nützlich sei, daß jeder Jüngling stets einen eignen Lehrer bei sich habe. Samuel: stch sche ein, daß dies nicht ausführbar ist. — Wie ist es denn aber dem Königssohne ergangen? -5^