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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 18 (1895) · p. Seite 281

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
18 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 281 (sequence 7)
Language
German
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281 dieser, und half Selmar beim Entkleiden. Die Verletzung war ganz unbedeutend, so daß ihre Heilung nur kurze Aeit in Anspruch nehmen konnte. Allein Rodenhein war hierdurch gewarnt. Er sah ein, daß er in Brüssel nicht länger bleiben dürfe und entschloß sich deshalb kurz, abzureisen. Noch unschlüssig darüber, wohin er sich wenden sollte, kam ihm der Gedanke der Auswanderung nach Südafrika. Gin Jahr war bereits dahingegangen, feit fein Bruder Europa verlassen hatte, und noch immer war keine Nachricht von ihm eingegangen. Hundert Ursachen konnten Simon gehindert haben, ihm zu schreiben; auch war die Ulöglichkeit, daß sein Brief verloren gegangen sei, nicht ausgeschlossen. — Rodenhein beschloß, in jedem Falle nach Hamburg zu reisen. Er wußte, daß sein Bruder die Reise in Gemeinschaft mit dem Sohne seines früheren Ehefs unternonnnen habe und hoffte, dort Näheres über Simon zu erfahren. Sebnar wurde in Hainburg von Herrn Lindenberg mit außerordentlicher Freundlichkeit ausgenommen, doch er konnte ihm über seinen Bruder wenig berichten. Auch ihm war seit der Abreise seines Sohnes mit Simon keine Nacbricht über das Schicksal der beiden jungen Leute zugekonnnen, bis vor ungefähr 5 Wochen ein Herr Rlorisfeld ihn ausgesucht, der ihn: die Rlitteilung machte, daß die Ausgewanderten ungefähr vor 7 Rconaten bei ihm auf der Insel Tristan da Tunha sich einige Wochen aufgehalten, dann aber weiter nach den Diamantenfeldern gereist seien. Sebnar beschloß, mit dem ersten Schiffe die Reise nach Südafrika anzutreten. Acbt Tage später verließ er, von den besten wünschen Lindenbergs begleitet, Hamburg. Er war nicbt so glücklich wie sein Bruder Simon . und der junge Lindenberg, der Seekrankheit zu entgehen. Er litt in der ersten t7k'it schon an ihr und genas erst gänzlicb, als er sich in den spanischen Gewässern befand. (Fortsetzung folgt.) Gespräch zwischen Rabbi und einem 5dnilei\ Bon Dr. Samuel Nrntellcr. Liebe Rinder, nachdem ihr in dein vorletzten Hefte des stngendfrenndes einen Auszug ans den Hirte A both gelesen habt, will ich ench hente einmal schildern, wie manche jener Sprüche entstanden sein mögen. Die meisten derselben sind Lebensregeln, welche bedeutende Alänner sich selber vorgeschrieben, öfter ansgesprochen und durch ihre Lebensführung bewährt haben. So §. B. sagte der sanfte, geduldige Hillel: was du nicht willst, da st man dir thne, das thue auch eitlem Andern nicht. — Sein Amtsgenosse, der strenge Schammai pflegte Zn sagen: Sprich wenig, thne viel. Einige der Sprüche sind -wahrscheinlich die Ergebnisse lehrhafter Unterhaltungen Zwischen Lehrern und Schülern. Damit ihr nun von der damaligen Lehrmethode eine »Vorstellung gewinnt, sei ench hier ein Gespräch vorgeführt, wie es etwa Zwischen Rabbi und seinem Lieblingsschüler Samuel aus Babilon stattgeftmden haben tonnte. Rabbi stehnda war der berühmteste unter den Spruchvätern, stn der Atischnah heistt er immer kurZweg Rabbi, d. i. der Lehrer, während bei den andern

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