Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 18 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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„Sic flammen aus Rußland? „Jawohl." — „Sie gehören dem Rlub an, der in der Feldstraße seinen Versammlungs- . ort hat?" „Und diese platten und diese Abdrücke, sie dienten zur Anfertigung von Papiergeld?" „Sie haben solches bei nur nicht gesunden." „(D, ich bin auch schon in den Besitz der angefertigten Rubelscheine gelangt, wenn Sie selbst es auch für gut befinden, sie Ihrem Gewahrsam fernzuhalten. Wer sind Sie, mein Herr?" wandte sich der Beamte jetzt an Rodenhein. „Ulein Barne ist Selmar Rodenhein." „Gewerbe?" „Uhrmacher und Graveur." „Das paßt ja" — meinte der Polizist. „Ich verstehe nicht," sprach Rodenhein verwundert. „Die Falschmünzerei nimmt gewöhnlich für sich die Geschicklichkeit aller Ulächte der Ulechanik in den Dienst." „Falschmünzerei? Ulein Herr, Sie halten mich wohl nicht dieses Verbrechens fähig, das ich nicht kenne, das ich im höchsteil Grade verabscheue." „Und ihre Anwesenheit bei der Versammlung in der Feldstraße und Ihre Anwesenheit hier?" „Gs ist ein rein freundschaftliches Verhältnis, in welchem ich zu diesem Herrn stehe, und woraus sich auch meine Anwesenheit dort erklärt." „Sie sind ein Deutscher?" „Jawohl, ich bin in G. geboreil, bin aber bereits seit U Jahren meiner Heimat fern." Der Beanüe schaute in das freie Auge Sebilars, aus welchem die Wahrheit und Aufrichtigkeit in beredten Worten sprach. Gr, der so viel mit Verbrechern zu thun hatte, konnte die Unschuld Rodenheins auf den ersten Blick herausfinden. Gr antwortete daher: „U)ie sehr Sie, mein Herr, auch Ihre Anwesenheit in jener Gesellschaft und der Umstand, daß ich Sie hier angetroffen, verdächtigt, so werde ich von Ihrer Verhaftung doch Abstand nehmen können, weil ich — was Sie vielleicht verwundern wird — Ihr Zimmer durchsucht und nichts Verdächtiges dort vorgefunden habe. Sie aber — wandte er sich hierauf an Cattiloff — folgen mir." „Wie, ist das nötig?" rief Iwan aufs höchste erregt aus, „kalln es Ihnen nicht genügen, wenn ich Ihnell verspreche, daß ich mich selbst zu Ihrer Verfügung stellen werde/ sobald die Aufforderung hierzu an nlich ergeht?" „Sie halten Ihre Angelegenheit für sehr harmlos, wenn Sie solche Voraussetzungen lnachen. Indes, Sie täuschen sich. Bitte, richtell Sie sich zum Ulitkornmen ein." „Und mein Botizbuch?" fragte Rodellhein. „Das werdeli Sie zurückerhalten, sobald wir von seinem Inhalte Aenntnis haben." Gine Viertelstunde darauf war der Schauplatz dieser Szene still und leer. Rodenhein suchte sein' Cogis auf. Der Hauswirt erwartete ihn in seinem Zimmer und machte jhm in der äußersten Grregung die Mitteilung, daß man während seiner Abwesenheit polizeilich Haussuchung in seinem Zimmer abgehalten habe.