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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 17 (1895) · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
17 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 266 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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266 hatten gerade Unterricht in Geschichte, als sich plötzlich die Thür aufthat, und der „alte" Daus mit einem Stück Papier in der Hand in das Alaffenzimmer stürzte. Ich sah sogleich, daß es eine Depesche war, und ehe ich Zeit hatte, meinem Nachbar diese Wahrnehmung zuzuflüstern, ries der „alte" Daus mit vor Freudenthränen säst erstickter Stimme: „Herr Lehrer, Herr Lehrer, sehen Sie, welche Freude und Ehre uns mein Sohn Saul, ihr Schüler, bereitet!" Herr 2Tt. durchflog die Depesche, und vor Freude weinend, teilte er uns den Inhalt mit. Sie enthielt nämlich die Mitteilung von der besondern Auszeichnung, die dem Saul Daus zuteil geworden. Aut der Aufmerksamkeit wie mit dem Unterricht überhaupt war es nun zu Tnde. Aber wir haben — wie gesagt — alles nachgeholt. T. F. Das Walten der Vorsehung. Tine wahre Geschichte. Don X Stranski. In einem Dorfe in der Nähe der Hauptstadt Prag lebte vor Jahren ein armer Jude, welcher sich und seine zahlreiche Familie durch den Hausierhandel kümmerlich, aber redlich ernährte. Sein ältester dreizehnjähriger Sohn Bernhard hätte seinen Vater gern in seinem mühseligen Geschäfte unterstützt, um auch schon für seine Angehörigen etwas zu thun; aber die Lust zum Lernen war doch noch größer in ihnr. Darum bat er eines Tages seinen Vater, in die Hauptstadt gehen zu dürfen, um mit Hilfe wohlthätiger Menschen das ihm vorschwebende Ziel zu erreichen. Der Vater sah es gern, daß der Rnabe einen edleren Beruf anstrebte. Tr brachte ihn daher nach Prag und verschaffte ihm bald bei mildthätigen Leuten Aost und unentgeltlichen Unterricht. Nach jahrelangem angestrengten Ringen hatte sich der mittlerweile zum Jünglinge herangewachsene Bernhard ein schönes Maß von Kenntnissen und Fertigkeiten angeeignet, mit Hilfe deren er die Stelle eines Trziehers bei einer wohlhabenden Familie in den: Städtchen h. übernehmen konnte. Durch fein freundliches und zuvorkonnnendes Benehmen sowie durch gute Leistungen hatte er sich bald die Zuneigung dieser Familie und die Liebe seiner Zöglinge erworben. Tr fühlte sich um so glücklicher, als er seinen geliebten Tltern allmonatlich fast seinen ganzen Lohn senden konnte. — Tines Tages aber wurde er von einer bangen Ahnung befallen, daß nämlich seinen Lieben zu Hause irgend ein Unglück bevorstehe. So sehr r bemüht war, diesm Gedanken zu unter-

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