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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 17 (1895) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
17 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 267 (sequence 11)
Language
German
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drücken, er konnte ihn doch nicht los werden; ebenso wenig gelang es ihn:, seine Unruhe und seinen Kummer zu verbergen. Als dies der Hausherr bemerkte, fragte er ihn nach der Ursache seiner Niedergeschlagenheit. Da gestand er demselben seine Besorgnis und bat zugleich um einen mehrtägigen Urlaub, damit er sich persönlich von den: Befinden seiner Angehörigen überzeugen könne. Die Bitte wurde ihm gewährt, und gleich am andern Ulorgen, an einem Freitag, machte er sich nach seinem etwa 5 Uleilen entfernten Heimatsdorfe auf, welches er am Uuttage glücklich erreichte. Seine Eltern waren von seinen: unverhofften Besuche ebenso freudig überrascht, wie er von ihrem Wohlbefinden. — Dem lieben Gaste zu Ehren wurden alle Borbereitungen zum Sabbath mit doppelter:: Eifer getroffen. Zur Erhöhung der freudigen Stimmung wurde abends auch die große Wefsinglampe, die über dem Tische hing, angezündet. Bachderr: der Vater die Kinder gesegnet und den Segenspruch über den Wein gesprochen, stellte die Ulutter die dampfende Suppenschüssel auf den Tisch. Da langte das jüngste Kind, ein dreijähriger Knabe, mit seiner:: Löffelchen in die Schüssel. Dies mißfiel Bernhard, und er verwies es dem Kinde, da dies der Vater nicht that. Als aber der kleine Unhold diese Ungezogenheit wiederholte, versetzte ihm der Bruder einen leichten Schlag auf die Hand. hierbei traf der Löffel die Lampe, und einige Tropfen Ml, die an den: überreich gefüllten Behälter hingen, fielen in die Suppe. Selbstverständlich war diese jetzt für die Familie ungenießbar geworden und wurde daher der:: Haushund vorgesetzt, welcher sie gierig verschlang. Aber bald fing er an jämmerlich zu heulen, und er krümmte und wälzte sich unter den heftigsten Schmerzen auf den: Boden; endlich strekte er die Beine voll sich und verendete. Betroffen und erregt umstand die ganze Familie das arme Tier. Bernhard merkte sofort, was die Ursache des qualvollen Todes war, 'und riet dringend von denr Genüsse der übrigen Speiser: ab. Am arrdern Ulorgen ließ er der: Hund von einem Sachverständigen untersuchen. Dieser stellte fest, daß das Tier vergiftet war. Eine gerichtliche Urrterfuchung, welche sofort eingeleitet wurde, ergab, daß sänrtlichen Speisen Arsenik beigegeberr war. Die hausnragd, auf die sich der Verdacht lenkte, gestand auch nach langen: Leugner:, aus Bache die Speiser: vergiftet zu Haber:, weil sie arr: Tage vorher von der Hausfrau eine wohlverdiente Büge erhalterr. — Auf so wunderbare Weise wurde eine ganzeFarrnlie vorr: sichernTode gerettet.

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