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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 17 (1895) · p. Seite 261

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
17 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 261 (sequence 5)
Language
German
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261 Die Fahrt mußte natürlich durch Rastzeiten unterbrochen werden, die man in verschiedenen Ansiedelungen abhielt. Dann kam man wieder auf weite Strecken, die nichts als dürres Gestrüpp, wenn nicht gar trostlose Gde aufwiesen, wo schon mancher Diamantensucher sein Leben gelassen, wo sein Körper dann de,: Geiern und Schakalen zum Fraß diente. Je näher man jedoch pniel kam, desto zahlreicher zeigten sich die Anzeichen der Diamantengräberei. U)ie riesige Ulaulwurfshügel traten die Diggins aus der Grdfläche hervor, von welchen oft \5—20 zu einem (Oaim gehöreil. Diese Diggins sind oft bis zu 50 Fuß tief, von da werden die Diamanteil aus Kiesel uild Lehm hervorgeholt. Rodenhein erhielt mm einen ungefähreil Begriff voil der Thätigkeit, der sein Milkel bis dahiil obgelegeii. Gine schwere, iilühselige Beschäftigung, uild daß sie auch ilicht frei von Gefahreil war, dies bewies das traurige Gilde Krafts. In deiil letzteil Brief, deil er vor neun Ulonaten geschrieben, sprach er sich iloch durchaus Vertrauensmid hoffnungsvoll aus uild stellte sich und feinem Hessen noch eine gläilzeilde Zukunft in Aussicht. Gr war vor ö Jahren aus Preußen herübergekonnnen uild versuchte das erlernte pandwerk, die Böttcherei. Gr betrieb dasselbe eine längere Zeit in London; allein er faild dabei sein Brod nicht. So beschloß er denn, dem damaligen Lockrufe ilach Südafrika folgend, dorthiil zu gehen, um sich eine Gxistenz zu schaffeil. Da er keine Fannlie hatte, widiilete er imilinehr seine gailze Liebe feinem Hoffen, deil Killderil seiner Schwester. Gr sollte sie ilicht wiederseheil. Unter solcheil Betrachtuilgeil hielt Rodenhein feinen Ginzug iil pniel. Diese Stadt war nicht geeigliet, besoildere Bewuilderung zu erregeil. Sie ' unterschied sich voll deil Städteil der Kulturläilder durchaus nicht in vorteilhafter U)eise. Aus den iliedrigen uilailsehnlichen l)äuseril mit flacher Bedachung ragte iiur hin und wieder ein schöneres Gebäude hervor, gewöhillich der Verwaltungsbehörde gehörig, welche die Gilgländer hier eiilgesetzt hatteil. Iil den schlecht gebauten Straßen ein buntes Geinisch und Gewimmel der verschiedeilsteil INenschenrasseil. Nachdem unsere Fremide sich ein Logis bei einem wohlhabeilden Neger besorgt hatten, überlegten sie, wie sie hier ihre Kräfte am besteil uild nutzenbringeildsten zu verweilden hätteil. Sich selbst einen Claim zu erwerbeil und auf X)iamantenfun6 spekulieren, dazu besaßeii sie die Geldmittel nicht. Das Beriilögen, das der Milkel Roden- E Heins beseffeii, hatte die Berwaltuiigsbehörde in Verwahrung genommen. | Selbst wenn Rodenhein durch gerichtliche Papiere als nächster Grbe des Gr- | iilordeteil sich auszuweiseil vermochte, war ilach der dortigen Handhabung | der Rechtsgesetze vorerst nicht abzusehen, wainl die Grbschaft in feine l)ände | gelailgen würde. Und null erst gar die Zeit, der es bedurfte, um zu diesen | papieren zu gelangen — jedenfalls that Rodenhein die erstell einleitenden I schritte hierzu. Gr schrieb an seineil Bruder hierüber. Gr forderte ihil auf, J weilil er nicht selbst nach Aufbringung der Papiere dieselben herbringeil wolle, | sie ihm schleunigst zu schickeil.! ' Der Neger, bei welcheiil unsere Freunde IDohnuilg genommen, hatte den Milkel Rodeilheins wohl gekailnt uild oft Geschäfte mit ihm gemacht. Er war es auch, der diefeiil nähere Zllitteilung über den Tod Krafts machte; öiefer war eines Tages uilweit feines Claims tot und seiner Barschaft beraubt vorgefunden worden. Gill jmlger Kaffer, deil Kraft zu feiner Bedienung um

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