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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 16 (1895) · p. Seite 248

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
16 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 er sich zetzt noch an (indenberg und Rodenhein — „Sie werden die Güte haben, mir auf das p>olizeibureau zu folgen, wo Ihre eingehende Vernehmung seitens des Arnninalrichters ftattsinden wird." Das war ein ungemütliches Abenteuer für unsere Freunde, nachdem sie kaum die Kapstadt betreten hatten. Sie wären davon verschont geblieben, wenn (indenberg sich nicht in den Kamps mit dem Amerikaner eingelassen hätte. Aber durfte er es geschehen lassen, daß der Mörder eines deutschen Mannes so ungestraft entfliehen konnte? — (Fortsetzung folgt.) Wk die Aboth die Jugend zur Frömmigkeit und schönen Sitte ermahnt haben. Don Di'. Samuel RriKeller. W lieben Leser des Jugendfreundes, ihr habt schon öfter in diesen Blättern Sprüche ans den Pirke Aboth gefunden. Die Aboth sind fromme und gelehrte Alänner, welche vor ungefähr 2000—I MO fahren, in Palästina gelebt haben, und deren Aussprüche von einigen Zeitgenossen, namentlich von den: hochangesehenen Rabbi Jehuda lianassi (dem Fürsten) gesammelt worden sind. Eigentlich solltet ihr diese schöne Sannnlnng mit Fleiß studieren. Jbr findet sie in jedem Gebetbuche, und es ist in der Gebetsordnung vorgeschrieben, daß sie des Sonnners an Sabbathnachmittagen gelesen werden soll. Aber thnt ihr's denn? And verstehen wohl die wenigen, die es thun, was sie lesen? vielleicht bewirkt es folgender Auszug ans den Sprüchen, daß ihr ettch mit der Spruchsammlung Pirke Aboth, dieser „Perle der Alischna," wie sie genannt wird, näher bekannt Zu machen suchet. ^n moderner Redeweise würden die Aboth etwa folgendermaßen Zu euch sprechen: Liebe Kinder, auf eurer Frömmigkeit, Lernlust und Tüchtigkeit beruht das Keil der Welt, von euch hängt die Zukunft der menschlichen Gesellschaft ab. Denn wenn ihr euch befleißigt, tugendhaft Zn leben, so helfet ihr eine sittliche weltorönung vorbereiten, unter welcher die Alenschen in Liebe gegeneinander und in Ehrfurcht vor Gott wandeln werden, d. i. ein Gottesreich, welches in den Reden unserer Propheten so herrlich geschildert ist. Diese sittliche weltorönung beruht ans drei Dingen; diese sind: erstens das Gesetz, ö. i. der sittliche Inhalt der Thora, zweitens die Rnterwerfung unter das Gesetz, d. i. der Dienst vor Gott als der Inbegriff aller Weisheit, Alacht und Güte, und drittens die werkthätige Alenschenliebe. Es giebt auch eine bürgerliche Weltordnung, welche als das Mindestmaß gesellschaftlichen Wohlverhaltens folgende drei Dinge verlangt: Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit nnd Friedensliebe. Die sittliche weltorLmimg begreift natürlich diese drei Tugenden in sich. i

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