Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 16 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 249 — wenn ölt, mein &in6, dein Leben schön und 911t gestalten willst, so latz zunächst folgenden Spruch nicht aus den Augen: „wenn ich nicht für mich wirke, wer sollte es?" ö. h. wenn ich nicht auf die Gesundheit meines Körpers und bk Bildung meines Geistes achte, wenn ich nicht mäßig, reinlich, fleißig bin, wenn ich nicht Gltern und Lehrern gehorche, wenn ich nicht meine schlimmen Reigungen bekämpfe, wenn ich nicht meinen guten Vorsätzen und mir selbst treu bleibe — wer anders sollte es daun für mich thun? „Und wirke ich nur für mich, was bin ich?" ö. h. wie klein und unbeöeutenö wäre mein Leben, wenn ich nur für mich sorgte; wie schon ist es aber, sich Zu bestreben, ein hilfreichesMied der Familie, der Schule, der Gemeinde, des Vaterlandes, ja der ganzen Uienschheit Zu werden. „Und wenn nicht jetzt, wann denn?" d. h. ich darf keine Pflichtübung aufschieben. Leute mutz ich lieben, heute Gutes thun, lernen, arbeiten; denn ich weitz nicht, ob ich es morgen noch können werde, ob nicht die Unterlassung andern und mir unersetzlichen Schaden bringen wird. — Um den rechten weg im Leben Zu finden, dem du treu anhangen sollst, merke sodann folgendes: prüfe jede deiner.Landlungen, ob sie dir vor dir selbst und vor den Uienschen Zur Ehre gereicht. — Uebe mit gleichem Eifer die geringe wie die wichtige Pflicht: denn du kennst nicht die heilsamen Folgen der einZelnen Pflichterfüllungen. — Vie Sünde lockt durch unwahre Versprechungen und verlangt schlietzlich von dir Gpfer an Gesundheit, Gewissensruhe, an.Liebe der Eltern und Achtung der Uiitmenschen. Die Tugend verlangt Zwar Zuerst (vpfer, nämlich Selbstüberwindung und Arbeit, aber hinterdrein segnet sie dich mit Kraft und Freudigkeit und der Liebe aller Guten. — Auch im verborgenen sündige nicht. Über dir ist ein Auge, das alles sieht, ein Ehr, das alles hört. Alles, was du thust, wird unauslöschlich eingeschrieben in das Buch der Geschichte und wirkt ewig fort, Segen oder Unheil bringend für dich und die Welt. Auch folgendes schreibe dir tief ins LerZ: Die Liebe ist die höchste Tugend; denn sie umfaßt alle übrigen Tugenden und macht dich fröhlich durch das Gefühl des Zufammenstimmens mit deinen Ulitmenschen, mit Gott und dir selbst. Liebe alle Geschöpfe, sei auch barmherzig gegen die Tiere. — wer vor den Uienschen beliebt ist, ist auch vor Gott beliebt; die Krone des guten Rufes ist die höchste Krone. verachte keinen Uleiischen, unterstütze die schwachen und Bedürftigen. Erwirb dir einen Freund; beurteile jeden nach der guten Seite, und bevor du deinen Rächsten verurteilst, denke dich erst in seine Lage. Uleide bösen Umgang, und hast du einen Feind, so trage ihm keinen haß nach. Freue dich nicht, wenn dein Feind fällt, sondern stehe ihm bei in O1