Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 15 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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234 Vargas geworfen, wem es gelingt, derartig Zu treffen, daß die obere Ruh herunterfällt, hat die betreffende und gewöhnlich auch alle anderen vargas gewonnen. — 2) Vas Bechoros-Spiel (Lrftgeborenenspiel). hierbei werden von jedem Spielenden eine gleiche Anzahl Rüffe eingestellt, welche in einer geraden Linie nebeneinander gelegt werden, nur rechts von allen wird eine Ruh, gewöhnlich die größte (Bechor- Erstgeborener, vorzüglichster) gelegt, von einer vorher bestimmten Stelle wird nun nach den Rüffen geworfen, wird die größte getroffen, so erhält der Gewinner alle Russe, bei jedem andern Wurf nur diejeuigeu, welche links von der getroffenen liegen. Beide Spielarten bringen dadurch großen Rußen, daß sie die Kinder im geschickten Zielen und Schleudern üben. 3) Eine dritte Spielart bestand darin, daß die Kinder die von ihnen aufgerichteten Scherbenhügel mit ihren danach geschlenderten Steinen der Erde gleichmachten, oder auch neue, aber gesprungene Thougeschirre durch ihre Schleudersteiue Zerstörten, .vieses Spiel ist unserm heutigen „Topfschlagen" ähnlich. So kaufte auch ein Talmndlehrer seinem Kinde zersprungene irdene Geschirre. Unversehrte wurden niemals genommen, um das Gebot: „Vu sollst nicht Zerstören!" nicht zu übertreten. «zortsetzung folgt.) Die Schwäne und die Enten. von Dr. Samuel Kristeller. Lin reicher Herr besaß einem großeil Garten, der mit Bäumen und Blumen jeglicher Art geschmückt war. Auch ein lieblicher Teich befand sich hn Garten, umrändert von weiden uitd Schilf, und aus dein Wasser trieben Schwäne und Enten ihr munteres Spiel. Die Schwäne zogen stolz daher, jeder wie ein kleines, weißes Schiff, der hohe schlanke hals glich einem Akast, und die gewölbten Flügel leuchteten wie geblähte Segel. Die Eliten waren schüchtern und ängstlich und flohen, so oft die Schwäne herankamen, in eine Schilsbucht. „Sieh doch nur, wie schön sie sind", sagte eilt Junges zur Entenmutter, „wenn ich doch auch so schön wäre!" „Du bist thöricht", antwortete die Amtier, „sieh die Taube, die Amsel, die Schwalbe, sie sind alle schön in ihrer Art wld so auch wir, und der Herr hat uns alle gleich lieb." „Aber warum sind denn die Schwäne so unsreutidlich gegen uns und verfolgen uns?" „weil sie sich einbilden, was Besseres zu sein, und dazu noch boshaft sind." — Inzwischen näherten sich die Schwäne der Bucht. — „Seht, seht, wie sie vor uns fliehen", rief einer von ihnen, „diese braunen, krummbeinigen Geschöpfe sind ebenso feig wie häßlich." — „Und wie gierig sie sind", rief ein anderer, „nicht bloß, daß sie von unserer Atzung nehmen,