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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 15 (1895) · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
15 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 235 (sequence 11)
Language
German
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235 fliegen sie ans Ufer und rauben den armen Landbewohnern die kümmerliche Nahrung." — „Daß sie überhaupt fliegen und gar über unsere Röpse weg, macht mir diese Eindringlinge ganz besonders verhaßt. Ich sinde dies als eine Überhebung", so schalt ein dritter. Jetzt kam der Herr des Gartens, um, nach seiner Gewohnheit, die Tiere mit Brot zu füttern. Freudig stiegen alle ans Land. Die Schwäne schnappten nach den großen Stücken, die Enten begnügten sich nüt den kleinen, plötzlich brach ein Schwan in die Entenschar hierein und biß ein Jüngeres. Als der Herr dies sah, schlug er ihn mit seinen: Stabe und ries: „Du böses Tier, wie kann dich nur deine Ulißgunsi so gewaltthätig machen!" Die ganze Gesellschaft aber zerstob aus Furcht vor dein Herrn:. Die Schwäne watschelten in den breiten Teich, die Enten in die Schilssbucht und sanunelten sich um die verletzte Schwester. „M", ries diese, „wäre ich doch nur so starck wie der Schwan, ich wollte ihn: seine Bosheit schon heimzahlen." „O, mein Rind," sagte die Entennmtter, „sei nicht rachsüchtig, gehöre lieber zu den Befolgten als zu den Verfolgern." „Aber sollen wir uns denn nicht wehren?" fragte keck ein Aleines. „Ulein Rind", sagte die Ulutter, „dazu sind wir zu schwach, aber lerne fliegen, fliegen. Erhebe dich über diese pluinpen Gesellen en:por zur Höhe, wohin sie dir nicht folgen können, und in der größten Not fliehe zum Hause des Herrn, der allen Geschöpfen, die ihn: gehören, ein gütiger Herr ist." Das Deutsch-Israelitische Kinderheim in Diez a. d. Lahn. Sich der verlassenen Waisen in Liebe annehinen, ihnen das Elternhaus ersetzen wollen, ist eine der heiligsten Pflichten, die uns die Nächstenliebe gebietet. Als ein hervorragendes Werk wahrer jüdischer Uuldthätigkeit und echten: Edelsinne ist die Anstalt anzusehen, die wir euch hier in Wort und Bild vorsühren wollen. In der Kreisstadt Diez, Aegier.-Bez. Wiesbaden, erhebt sich auf einer Anhöhe an: Waldessaum ein einfaches, aber stattliches Gebäude, wngeben von herrlichen Gärten. Es ist dies das Deutsch-Israel. Kinderheim, welches besiinnnt ist, jüdische Waisen, Halbwaisen und Rinder unbemittelter Elten: aufzunehn:en. In den untersten Bäumen des Gebäudes besii:den sich das Spielzinuner, in welchen: auch Handfertigkeitsunterricht erteilt wird, die Keller, die Waschküche und das Badezinnner. Das Erdgeschoß enthält die Wohnung des Verwalters, Hern: Kadden, den Sitzungssaal, den Speisesaal und die Rüche. In der ersten Etage liegen die beiden großen Schlassäle nüt der daran stoße.nda^.,Garderobe, das Bureau des Verwalters und das Lesezinnner. In gering geachtet, "re lp>irke Abeth 4,8.)

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